<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	
	>
<channel>
	<title>
	Kommentare zu: -Der große Trip- von Cheryl Strayed: eine Kontroverse	</title>
	<atom:link href="https://fluegge-blog.de/wild-der-grosse-trip-kritik/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://fluegge-blog.de/wild-der-grosse-trip-kritik/</link>
	<description>Reisen und Auswandern</description>
	<lastBuildDate>Sun, 10 Sep 2023 19:59:56 +0000</lastBuildDate>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=6.9.1</generator>
	<item>
		<title>
		Von: Adrian Schmelzenbart		</title>
		<link>https://fluegge-blog.de/wild-der-grosse-trip-kritik/#comment-2578</link>

		<dc:creator><![CDATA[Adrian Schmelzenbart]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 10 May 2023 07:48:56 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">https://fluegge-blog.de/?p=19910#comment-2578</guid>

					<description><![CDATA[p.S.: zu meinem Kommentar. Ich habe nochmals darüber nachgedacht, warum auch ich beim Lesen des Buches so seltsam distanziert zur Protagonistin und ihrem Machwerk geblieben bin und ich glaube einen wesentlichen Grund hierfür gefunden zu haben - es ist die Sprache in der das Buch geschrieben ist. Der Sprache fehlt es weitgehend völlig an Esprit und Wortwitz. An (bissiger) Selbstironie, die wohl an einigen Stellen als gelungene und sympathische Selbstreflexion ganz gut getan hätte. So weit ich weiß, ist &lt;span&gt;Cheryl Strayed hauptberuflich Kolumnistin und genau das kommt sehr stark im Buch durch. Manche Passagen im Buch lesen sich tatsächlich mehr als (zum Geschehen distanzierte) Kolumne, denn als mitreißende Hiker-Story und bewegende Lebensgeschichte,&quot; straight from the heart&quot;! Somit bleibt die &quot;Heldin&quot; seltsam unpersönlich und distanziert und man kann nicht so richtig mit ihr leiden und sich auch nicht so wirklich mit ihr freuen. Ich denke, Cheryl Stayed ist wohl eine bessere Kolumnisten, als eine (wirklich gute) Autorin.&lt;/span&gt;]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>p.S.: zu meinem Kommentar. Ich habe nochmals darüber nachgedacht, warum auch ich beim Lesen des Buches so seltsam distanziert zur Protagonistin und ihrem Machwerk geblieben bin und ich glaube einen wesentlichen Grund hierfür gefunden zu haben - es ist die Sprache in der das Buch geschrieben ist. Der Sprache fehlt es weitgehend völlig an Esprit und Wortwitz. An (bissiger) Selbstironie, die wohl an einigen Stellen als gelungene und sympathische Selbstreflexion ganz gut getan hätte. So weit ich weiß, ist <span>Cheryl Strayed hauptberuflich Kolumnistin und genau das kommt sehr stark im Buch durch. Manche Passagen im Buch lesen sich tatsächlich mehr als (zum Geschehen distanzierte) Kolumne, denn als mitreißende Hiker-Story und bewegende Lebensgeschichte,” straight from the heart”! Somit bleibt die “Heldin” seltsam unpersönlich und distanziert und man kann nicht so richtig mit ihr leiden und sich auch nicht so wirklich mit ihr freuen. Ich denke, Cheryl Stayed ist wohl eine bessere Kolumnisten, als eine (wirklich gute) Autorin.</span></p>
]]></content:encoded>
		
			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Adrian Schmelzenbart		</title>
		<link>https://fluegge-blog.de/wild-der-grosse-trip-kritik/#comment-2577</link>

		<dc:creator><![CDATA[Adrian Schmelzenbart]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 09 May 2023 09:42:52 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">https://fluegge-blog.de/?p=19910#comment-2577</guid>

					<description><![CDATA[Hallo! Offenbar scheinen die LeserInnen des Buches ebenso ratlos zu sein, da es bis jetzt kein Kommentar gibt. Und mir geht es ehrlich gesagt nicht viel anders. Trotzdem habe ich mich jetzt kurzfristig entschlossen, doch noch meinen Senf dazuzugeben.
Vorangestellt muss ich gestehen, dass ich das Buch dieses Wochenende &quot;verschlungen&quot; habe. Das hat aber auch viel mit meiner derzeitigen Lebenssituation zu tun und damit, dass ich ein begeisterter Berggeher bin, aber der PCT, bzw. die Durchwanderung selbigen, wohl ein unerfüllbarer Traum für mich bleiben wird, aus diversen Gründen. Aber gut. Hier geht´s ja nicht um meine persönlichen Befindlichkeiten, sondern um das Buch.
Also zurück zur Autorin und ihr literarisches Machwerk.
Auf den ersten 50-60 Seiten ist mir die Protagonistin ziemlich unsympathisch geworden. Dass eine 22jährigen emotional komplett überfordert ist ihrer eigenen Mutter beim Sterben machtlos zusehen zu müssen, ist ja absolut nachvollziehbar... - ABER man gewinnt den Eindruck, als würde sie förmlich in einem &quot;Wettstreit&quot; mit ihrer todkranken Mutter darum konkurrieren, WER denn da jetzt mehr leidet...and the winner is...die arme Tochter. Was IHR nicht alles angetan wird: von Gott, der bösen Welt, ihrer eigenen Mutter, die sich einfach aus ihrem Leben stiehlt. Das ist völlig indiskutabel! Wer an Krebs krepiert - dessen Leiden kann nicht vom eigenen Leiden der Tochter übertroffen werden. Das wäre/ist unmoralisch. Gut. Auch hier kann man gelten lassen, dass die Autorin damals noch zu jung und zu egoistisch war und ja danach auf dem Trail angeblich soooo viel dazugelernt hat. Wirklich? Denn was dabei absolut nicht stimmig ist, ist die Tatsache, dass Cheryl Strayed den Roman ja erst 15 Jahre später, also mit 41 geschrieben hat und da mehr geistige, emotionale Reife zu erwarten wäre. Aber nix da! Ganz im Gegenteil! Kein einziger Hinweis, kein einziger Satz im Buch, dass sie sich im Nachhinein bei ihrer toten Mutter, die sie ja so sehr geliebt hat, entschuldigt. Auch nicht, für den qualvollen Tod von Lady, ihres Pferdes. Im Gegenteil, denn sie würde ja alles wieder genau so machen, wie sie im Buch explizit schreibt. Okay. Sie anerkennt zwar, ihre Mutter hätte ihr Möglichstes und Bestes als Mutter &quot;geleistet&quot;. Aber auch hier schwingt ein bisschen der unausgesprochene Nachsatz (Vorwurf?) mit - mehr war halt nicht drin!
Am Trail selbst wird mir die &quot;Heldin&quot; zwar weit sympathischer - aber halt doch nicht so ganz.
Sonderbar empfinde ich, dass eigentlich alle anderen Personen, die sie am PCT trifft, seltsam farblos bleiben. Geisterhaft. Zwar freut sich Cheryl (angeblich) immer riesig, wenn sie zwei, drei Wochen später wieder auf die Leute trifft, als wären es ihre besten Freunde - aber dann?! Keine tiefe, persönlichen Gespräche oder dass sie sich auf diese Leute wirklich emotional einlassen würde. Als wären das alles nur Statisten und sie steht als absoluter Star im Rampenlicht. Auch hier wieder ein bisschen - Weg da! Hier komme ICH!!!
Die einzigen tieferen Emotionen verlagern sich bei ihr eigentlich immer auf die erotische Ebene. Zum Beispiel, wenn sie mit drei feschen Burschen (...und die sind natürlich ALLE immer fesch!) hauteng am Autorücksitz sitzt. Auch da gewinnt man ein bisschen den Eindruck, dass ihr Ego im Vordergrund steht; es ihr übertrieben wichtig zu sein scheint, als sexy, begehrenswerte Frau wahrgenommen zu werden und auch so rüber kommen will. Als könnte sie es sich wahllos bzw. sehr wählerisch aussuchen, mit wem sie ins Bett gehen möchte bzw. würde.
Nun stimmt es (leider) schon, dass ein Mann sich da wohl mehr &quot;leisten&quot; darf, als eine Frau. Trotzdem. Auch ein Mann, der am Totenbett seiner geliebten Mutter an geilen Sex mit der anwesenden Krankenschwester denkt, würde als Mensch nicht unbedingt sympathisch(er) rüber kommen, als eine Frau, die einem Krankenpfleger durch die Hose auf sein bestes Stück starrt.
Was nun die Glaubwürdigkeit ihrer wanderischen Leistung am Trail angeht, so ist dbzgl. eigentlich eh schon alles gesagt. Wie schon erwähnt. Ich gehe selbst Bergtouren mit voll gepackten Rucksack, bis zu 1.500 Höhenmeter am Tag. Mir erscheint die Schilderung, dass sie sich 2 Tage (!) zuvor noch eine Heroinspritze setzt, den gepackten Rucksack nicht mal bei vollster Kraftanstrengung beider Arme und Hände auch nur einen Millimeter(!) von Boden hochbekommt und dann damit hunderte, ja über tausend Kilometer weit durch die Gegend hatscht, als äußerst fragwürdig. Ich, ehrlich gesagt, kann mir das eigentlich absolut nicht vorstellen.
Nun zum literarischen Stil. Wirklich gut geschrieben, aber die grandiosen, atemberaubenden Sätze so zwischendurch fehlen, um das Buch über die Masse gut geschriebener Bücher emporheben zu können. Allerdings habe ich nur die übersetzte, deutscher Version gelesen und weiß nicht, wieviel Qualität bei der Übersetzung verloren ging.
Mein Fazit: Ein sehr amerikanische Buch mit einer gehörigen Portion Hurra-Patriotismus in eigener Person, in eigener Sache. Die heroische Einzelkämpferin, die am Ende triumphiert, und diesen Triumph einzig und alleine sich selbst und der eigenen Willensstärke zu verdanken hat. Halleluja! Ich denke, die Amis lieben solche Stories. Gut. Kann man mögen - muss man aber nicht!
LG Adrian]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Hallo! Offenbar scheinen die LeserInnen des Buches ebenso ratlos zu sein, da es bis jetzt kein Kommentar gibt. Und mir geht es ehrlich gesagt nicht viel anders. Trotzdem habe ich mich jetzt kurzfristig entschlossen, doch noch meinen Senf dazuzugeben.<br>
Vorangestellt muss ich gestehen, dass ich das Buch dieses Wochenende “verschlungen” habe. Das hat aber auch viel mit meiner derzeitigen Lebenssituation zu tun und damit, dass ich ein begeisterter Berggeher bin, aber der PCT, bzw. die Durchwanderung selbigen, wohl ein unerfüllbarer Traum für mich bleiben wird, aus diversen Gründen. Aber gut. Hier geht´s ja nicht um meine persönlichen Befindlichkeiten, sondern um das Buch.<br>
Also zurück zur Autorin und ihr literarisches Machwerk.<br>
Auf den ersten 50-60 Seiten ist mir die Protagonistin ziemlich unsympathisch geworden. Dass eine 22jährigen emotional komplett überfordert ist ihrer eigenen Mutter beim Sterben machtlos zusehen zu müssen, ist ja absolut nachvollziehbar… - ABER man gewinnt den Eindruck, als würde sie förmlich in einem “Wettstreit” mit ihrer todkranken Mutter darum konkurrieren, WER denn da jetzt mehr leidet…and the winner is…die arme Tochter. Was IHR nicht alles angetan wird: von Gott, der bösen Welt, ihrer eigenen Mutter, die sich einfach aus ihrem Leben stiehlt. Das ist völlig indiskutabel! Wer an Krebs krepiert - dessen Leiden kann nicht vom eigenen Leiden der Tochter übertroffen werden. Das wäre/ist unmoralisch. Gut. Auch hier kann man gelten lassen, dass die Autorin damals noch zu jung und zu egoistisch war und ja danach auf dem Trail angeblich soooo viel dazugelernt hat. Wirklich? Denn was dabei absolut nicht stimmig ist, ist die Tatsache, dass Cheryl Strayed den Roman ja erst 15 Jahre später, also mit 41 geschrieben hat und da mehr geistige, emotionale Reife zu erwarten wäre. Aber nix da! Ganz im Gegenteil! Kein einziger Hinweis, kein einziger Satz im Buch, dass sie sich im Nachhinein bei ihrer toten Mutter, die sie ja so sehr geliebt hat, entschuldigt. Auch nicht, für den qualvollen Tod von Lady, ihres Pferdes. Im Gegenteil, denn sie würde ja alles wieder genau so machen, wie sie im Buch explizit schreibt. Okay. Sie anerkennt zwar, ihre Mutter hätte ihr Möglichstes und Bestes als Mutter “geleistet”. Aber auch hier schwingt ein bisschen der unausgesprochene Nachsatz (Vorwurf?) mit - mehr war halt nicht drin!<br>
Am Trail selbst wird mir die “Heldin” zwar weit sympathischer - aber halt doch nicht so ganz.<br>
Sonderbar empfinde ich, dass eigentlich alle anderen Personen, die sie am PCT trifft, seltsam farblos bleiben. Geisterhaft. Zwar freut sich Cheryl (angeblich) immer riesig, wenn sie zwei, drei Wochen später wieder auf die Leute trifft, als wären es ihre besten Freunde - aber dann?! Keine tiefe, persönlichen Gespräche oder dass sie sich auf diese Leute wirklich emotional einlassen würde. Als wären das alles nur Statisten und sie steht als absoluter Star im Rampenlicht. Auch hier wieder ein bisschen - Weg da! Hier komme ICH!!!<br>
Die einzigen tieferen Emotionen verlagern sich bei ihr eigentlich immer auf die erotische Ebene. Zum Beispiel, wenn sie mit drei feschen Burschen (…und die sind natürlich ALLE immer fesch!) hauteng am Autorücksitz sitzt. Auch da gewinnt man ein bisschen den Eindruck, dass ihr Ego im Vordergrund steht; es ihr übertrieben wichtig zu sein scheint, als sexy, begehrenswerte Frau wahrgenommen zu werden und auch so rüber kommen will. Als könnte sie es sich wahllos bzw. sehr wählerisch aussuchen, mit wem sie ins Bett gehen möchte bzw. würde.<br>
Nun stimmt es (leider) schon, dass ein Mann sich da wohl mehr “leisten” darf, als eine Frau. Trotzdem. Auch ein Mann, der am Totenbett seiner geliebten Mutter an geilen Sex mit der anwesenden Krankenschwester denkt, würde als Mensch nicht unbedingt sympathisch(er) rüber kommen, als eine Frau, die einem Krankenpfleger durch die Hose auf sein bestes Stück starrt.<br>
Was nun die Glaubwürdigkeit ihrer wanderischen Leistung am Trail angeht, so ist dbzgl. eigentlich eh schon alles gesagt. Wie schon erwähnt. Ich gehe selbst Bergtouren mit voll gepackten Rucksack, bis zu 1.500 Höhenmeter am Tag. Mir erscheint die Schilderung, dass sie sich 2 Tage (!) zuvor noch eine Heroinspritze setzt, den gepackten Rucksack nicht mal bei vollster Kraftanstrengung beider Arme und Hände auch nur einen Millimeter(!) von Boden hochbekommt und dann damit hunderte, ja über tausend Kilometer weit durch die Gegend hatscht, als äußerst fragwürdig. Ich, ehrlich gesagt, kann mir das eigentlich absolut nicht vorstellen.<br>
Nun zum literarischen Stil. Wirklich gut geschrieben, aber die grandiosen, atemberaubenden Sätze so zwischendurch fehlen, um das Buch über die Masse gut geschriebener Bücher emporheben zu können. Allerdings habe ich nur die übersetzte, deutscher Version gelesen und weiß nicht, wieviel Qualität bei der Übersetzung verloren ging.<br>
Mein Fazit: Ein sehr amerikanische Buch mit einer gehörigen Portion Hurra-Patriotismus in eigener Person, in eigener Sache. Die heroische Einzelkämpferin, die am Ende triumphiert, und diesen Triumph einzig und alleine sich selbst und der eigenen Willensstärke zu verdanken hat. Halleluja! Ich denke, die Amis lieben solche Stories. Gut. Kann man mögen - muss man aber nicht!<br>
LG Adrian</p>
]]></content:encoded>
		
			</item>
	</channel>
</rss>
