Menschen

Ehrenamt im Aus­land: Als Senior-Expertin unterwegs

5. November 2020
Mit dem Senior Experten Service Bonn in Bolivien

Zuletzt aktua­li­siert am 19. November 2020 um 11:55

Picasso hat ja auch nicht den Pinsel fallen lassen, als er 65 wurde“, sagt die Päd­agogin Han­ne­lore Besser (79), die sich seit vielen Jahren für Frauen, Kinder und Jugend­liche in Schwellen- und Ent­wick­lungs­län­dern enga­giert. Über den „Senior-Experten-Ser­vice“ (SES Bonn) gibt sie bis heute Fort­bil­dungen für Lehr­kräfte und Ler­nende in aller Welt. Ein Por­trät. Dazu: Infos über die Ehren­amts­or­ga­ni­sa­tion SES und ihre Teilnahmebedingungen.


Keine Auf­gabe zu haben ist das Schlimmste. Einmal mehr wird es Han­ne­lore Besser in Boli­vien klar. Februar 2019: Zum dritten Mal ist die pen­sio­nierte Leh­rerin und Schul­lei­terin für den SES in Bonn, den Senior-Experten-Ser­vice, im Ein­satz. Ihr Auf­trag diesmal: Lehr­kräfte und Erzieher:innen in den Inter­naten der boli­via­ni­schen Nicht­re­gie­rungs­or­ga­ni­sa­tion K’an­chay fort­zu­bilden. In vier Ein­rich­tungen soll sie didak­ti­sche und metho­di­sche Anre­gungen wei­ter­geben, ab und an auch selbst unter­richten. Die Inter­nate befinden sich in den Bergen, teils auf 4000 Meter Höhe, weit weg von jeg­li­cher städ­ti­schen Infrastruktur.

SES Einsatz in Bolivien: Expertin mit Lehrkräften
Ein­satz in Boli­vien: SES-Expertin Han­ne­lore mit Lehr­kräften der Orga­ni­sa­tion K’anchay

Sie ist in Qachari, der zweiten Sta­tion auf ihrer vier­wö­chigen Reise. Es herrscht Regen­zeit. Nass, kalt und grau zeigt sich die Berg­welt draußen, und auch drinnen sucht sie Gemüt­lich­keit ver­ge­bens. Han­ne­lore ist in einem Raum ohne Tisch und Stühle, dafür mit einem Stock­bett samt durch­ge­le­gener Matratze auf dem Gelände des Inter­nats unter­ge­bracht. Alte Gar­dinen hängen traurig vor den Fens­tern, tote Fliegen zieren das Fens­ter­brett, es gibt weder eine Hei­zung noch Inter­net­emp­fang. Das Schlimmste jedoch, das Aller­schlimmste: Sie hat nichts zu tun. An einem Frei­tag­vor­mittag hat man sie durch die zer­klüf­teten, dra­ma­tisch schönen Land­schaften in die abge­le­gene Gemeinde gebracht, aber die Jugend­li­chen und die Lehr­kräfte kehren erst am Sonn­tag­abend aus den Ferien zurück. Erst nach drei „sinnlos ver­trö­delten“ Tagen füllt sich die Ein­rich­tung mit Leben – und Han­ne­lore fühlt sich nicht mehr fehl am Platz, ist end­lich wieder von jungen Leuten umgeben, die ihre Rolle in der Gesell­schaft suchen, die auf ihrem eigenen Weg die ersten Schritte gehen. In fast 55 Jahren hat sie dabei schon viele Jugend­liche aus aller Welt ein kleines Stück begleitet.

SES-Expertin beim Workshop in Bolivien
Bei der Arbeit: Han­ne­lore gibt einen Work­shop für die jungen Internatsbewohner:innen in Bolivien

(K)ein Zufall: Päd­agogin auf dem zweiten Bildungsweg

Zur Jugend­ar­beit und zum Lehr­beruf kam die 79-Jäh­rige über Umwege.

1965, Han­ne­lore ist 24 Jahre alt, gelernte Indus­trie­kauf­frau und seit kurzem Mutter. Sie ist ihrem Mann an dessen Arbeitsort, die kleine Stadt Geest­hacht in der Nähe von Ham­burg, gefolgt. Hier zieht sie ihren Sohn groß, fühlt sich aber bald schon einsam und frus­triert, ver­misst den Aus­tausch mit Freunden, die sie in ihrer Hei­mat­stadt Lübeck zurück­ge­lassen hat. Sie geht zum Gemein­de­büro, will sich ehren­amt­lich enga­gieren. Viel­leicht Müt­tern, die krank sind, im Haus­halt helfen? Viel­leicht für alte Leute ein­kaufen, ihnen vor­lesen? Nein, ent­gegnet ihr der Pastor, dafür brauche man nie­manden. Aber es fehle jemand für die Jugend­ar­beit! Fortan betreut Han­ne­lore ehren­amt­lich zwei Jugend­kreise, küm­mert sich später auch fest ange­stellt um sozial benach­tei­ligte Kinder. Und schließ­lich, 1970, nachdem sie zum zweiten Mal Mutter geworden ist, beginnt sie, Erzie­hungs­wis­sen­schaften zu studieren.

So ist sie durch Zufall zur Päd­agogik gekommen. Oder nicht? „Zufälle gibt es nicht. Es fällt zu, was fällig ist“, sagt sie.

Dass die Arbeit mit Kin­dern und Jugend­li­chen sie einmal um den ganzen Erd­ball führen wird, ahnt sie damals nicht. Dabei trägt Han­ne­lore, von Freunden Hanna genannt, das Fernweh längst in sich. Schon viel früher hat die Neu­gier auf die Welt sie gepackt und nie mehr los­ge­lassen: Mit 17 ist sie mit einer Freundin durch Frank­reich getrampt, ihre Mutter hat geglaubt, sie besuche eine andere Freundin in Ham­burg. Mit 19, gleich nach der Lehre, ist sie als Au-Pair nach Schweden gegangen, hat Schwe­disch gelernt und eine „nor­di­sche Affi­nität“ ent­wi­ckelt, die ihr bis heute geblieben ist.

SES Bonn: Hannelore beim Einsatz in Nepal
2017 führt ihr Enga­ge­ment für den Senior-Experten-Ser­vice sie zum ersten Mal nach Nepal

Seit der Jugend zieht es die SES-Expertin hinaus in die Welt

Woher kam die Sehn­sucht nach dem Anderswo, der Drang, aus dem Bekannten aus­zu­bre­chen? „Das war die Enge in Lübeck, der Kauf­manns- und Sena­to­ren­geist der Stadt. Ich wollte was erleben, wollte wissen, was los ist in der Welt! Ich war auf eine gewisse Weise ‚eigen-wil­lig’ und hatte den Mut, den eigenen Willen auch selbst zu ver­ant­worten.“ Eine große Rolle spielten zudem die Bücher ihrer Kind­heit. Wäh­rend ihres SES-Ein­satzes in Boli­vien denkt Han­ne­lore häufig an die Aben­teu­er­ge­schichten zurück, die sie gefes­selt und ihren Ent­de­cker­geist geweckt haben. In ihrem eigenen Buch „Ein­satz in Boli­vien: Als Seniorex­pertin unter­wegs“ erzählt sie davon so:

Wo ist die Biblio­thek?“, fragte ich. Man zeigte mir ein trau­riges Ver­lies voller Staub und Spinnen. „Wer braucht Bücher, wenn er Kar­tof­feln und Mais und Zwie­beln hat?“, lau­tete die unaus­ge­spro­chene Frage im Blick. Und wieder regten sich in mir Wut und Über­heb­lich­keit. Ich hatte in den Hun­ger­jahren nach dem Krieg wenigs­tens lesen können! Ich hatte gefroren und hatte Hunger, ja, aber mit Pippi hatte ich die doofen Poli­zisten besiegt, war mit Tom Sawyer und Huck­le­berry Finn Tante Polly ent­wischt und hatte den Mis­sis­sippi erkundet. Ach, was wäre meine Kind­heit und Jugend ohne die Erzäh­lungen, ohne die man keine Welt hat? Hier fand ich nur trau­rige Reste aus­sor­tierter Bücher.

Han­ne­lore regt an, die Biblio­theken in den Inter­naten auf Vor­der­mann zu bringen.

Von Beginn an sind Auf­ent­halte im Aus­land eng mit ihrer Arbeit als Päd­agogin ver­knüpft. Als sie in Geest­hacht zum ersten Mal Jugend­liche betreut, soll sie direkt einen deutsch-schwe­di­schen Aus­tausch orga­ni­sieren – sie, die doch schon einmal als Au-Pair in Schweden gelebt hat! „In meiner Bio­grafie fiel in dem Moment ein Domi­no­stein“, schreibt sie in „Fünfzig Jahre Pubertät“, ihrem ersten Buch. Immer wieder wird es sie fortan in die Ferne ziehen.

1985, inzwi­schen ist sie geschieden und als Leh­rerin in Berlin tätig, lässt sie sich vom Schul­dienst beur­lauben: Sie möchte pro­mo­vieren, recher­chiert in Peru zum Thema „Demo­kra­ti­sie­rung mit Hilfe des Schul­sys­tems am Bei­spiel Peru“. Zwei Jahre lang arbeitet sie als Deutsch­leh­rerin am Goethe-Insititut in Lima und bereist von dort aus den süd­ame­ri­ka­ni­schen Kon­ti­nent. „Damals kam das Back­packing in Mode“, erzählt Han­ne­lore, „aber diese Art zu reisen hat mich nie inter­es­siert. Ich wollte nicht nur an der Ober­fläche kratzen.“ Sie findet einen Weg, wirk­lich mit Land und Leuten in Kon­takt zu kommen: 1986 beginnt sie, sich für den Marie-Schlei-Verein zu enga­gieren, eine Nicht­re­gie­rungs­or­ga­ni­sa­tion, die die Aus­bil­dung von Frauen in Süd­ame­rika, Asien und Afrika för­dert. Sie besucht Frau­en­gruppen in Nica­ragua, Chile, Peru, Argen­ti­nien, Boli­vien, der Domi­ni­ka­ni­schen Repu­blik, Ecuador und Uru­guay. Bis heute ist sie für den Verein aktiv, beob­achtet und eva­lu­iert Pro­jekte, die Frauen zur Eigen­stän­dig­keit verhelfen.

Für den Marie-Schlei-Verein auf dem Altiplano
Echter Kon­takt mit Land und Leuten: Für den Marie-Schlei-Verein begleitet und beur­teilt Han­ne­lore Aus­bil­dungs­pro­jekte für Frauen in aller Welt. Das Foto zeigt sie 2018, wäh­rend einer sol­chen Eva­lua­ti­ons­reise, auf dem Altiplano

Nach ihrer Rück­kehr aus Süd­ame­rika unter­richtet sie drei Jahre in einer Grund­schule in Berlin, bevor sie 1990 pro­mo­viert wird und dann in Hitzacker zum ersten Mal den Posten als Schul­lei­terin antritt. Wieder ruft wenig später das Aus­land: Acht Jahre lang leitet Han­ne­lore die „Deut­schen Schule Oslo – Max Tau“. Die Gegen­sätze, zwischen denen sie pen­delt, wenn sie von Nor­wegen zu den Aus­bil­dungs­pro­jekten in Süd­ame­rika auf­bricht, sind ihr immer bewusst: der Über­fluss an Mög­lich­keiten in der einen, der Mangel an Per­spek­tiven vor allem für Frauen in der anderen Welt.

Hannelore Besser mit Frauengruppe in Peru
2016 besucht sie eine Frau­en­gruppe in Peru. Han­ne­lore setzt sich nicht nur ehren­amt­lich im Aus­land ein, beacht­lich ist auch ihr poli­ti­sches Enga­ge­ment in Deutsch­land: Seit 1972 ist sie Mit­glied der SPD, hat unter anderem an ihren Bil­dungs­pro­grammen mit­ge­ar­beitet. Mehr zu ihrer Person gibt es auf ihrer Home­page hannelore-besser.de

Zurück in Deutsch­land arbeitet sie noch einmal als Schul­lei­terin in Buch­holz in der Nord­heide, bevor sie 2006 pen­sio­niert wird. Und dann? Ruhe und Rückzug? Natür­lich nicht. „Picasso hat ja auch nicht auf­ge­hört zu malen, als er 65 war“, sagt sie. „Andere züchten Rosen, spielen Golf oder machen Kreuz­fahrten. Ich mache Fort­bil­dungen für Lehrer und Schüler in aller Welt.“

Ist Han­ne­lore nicht im Aus­land, kommt das Aus­land zu ihr: Für das Goethe-Institut leitet sie Sti­pen­dia­ten­kurse für junge Deutschlerner:innen aus aller Herren Länder. Aber Freunde wissen längst: Hanna muss und wird auf­bre­chen, immer wieder auf­bre­chen. „Ich erkenne und ergreife ein­fach immer wieder zufäl­lige Chancen“, meint sie. So ein „Zufall“ hat sie 2006 nach Ägypten geführt. Ein ehe­ma­liger Kol­lege aus Nor­wegen hatte sie als Deutsch­leh­rerin und Coach an die „Deut­sche Schule der Bor­ro­mäe­rinnen“ in Kairo ver­mit­telt. Aus meh­reren Ein­sätzen wurde eine Fest­an­stel­lung, sie wech­selte an die „Euro­pa­schule Kairo“ und ver­brachte ins­ge­samt drei Jahre in dem nord­afri­ka­ni­schen Land.

Senior-Experten-Ser­vice: Ein­sätze im Kosovo, in Boli­vien und Nepal

2016 tut sich aber­mals eine Chance„ per Zufall“ auf: Ein Bekannter, mit dem sie schon einige Male zusam­men­ge­ar­beitet hat, wird vom SES Bonn für eine Leh­rer­fort­bil­dung im Kosovo ange­fragt. Er ist jedoch ver­hin­dert – und ermu­tigt Han­ne­lore, sich auf die Stelle zu bewerben. Vier Wochen lang dauert ihr erster Ein­satz für den Senior-Experten-Ser­vice, drei wei­tere sind ihm bisher gefolgt. Außer in den Kosovo und nach Boli­vien hat der SES sie 2017 und 2019 zweimal nach Kathmandu in Nepal ent­sandt, wo sie eben­falls Lehrer:innen gecoacht hat.

Mit dem Senior Experten Service in Nepal
und sich mit ihnen auch außer­halb des Klas­sen­raums ausgetauscht

Der SES gibt mir die Mög­lich­keit, mein Fach­wissen anzu­bringen“, sagt sie. Und was braucht es bei so einem Ein­satz außer Fach­wissen? „Vor allem Anpas­sungs­fä­hig­keit. In einem Ent­wick­lungs­land kommt man immer wieder in unbe­queme Situa­tionen. Mit denen muss man umgehen können.“ Die unbe­heizten Zimmer mit den durch­ge­le­genen Matratzen in Boli­vien sind dafür ein wun­der­bares Beispiel.

Warum tust du dir das immer wieder an?“, fragen Freunde. Han­ne­lore ist heute 79 Jahre alt und wer wissen will, wie es ihr geht, bekommt mit einiger Wahr­schein­lich­keit das Fol­gende zur Ant­wort: „Ich wohne dem Zer­fall meines Kör­pers bei.“ Sie sagt: „Mag der Körper auch geal­tert sein, die Seele ist fünf­und­dreißig. Sie altert nicht.“ Noch immer hat sie Lust, etwas zu bewirken. Zum Bei­spiel im Hoch­land von Boli­vien: Bis heute besu­chen viel mehr Jungen als Mäd­chen die Sekun­dar­schule, es sind die Mäd­chen, die den elter­li­chen Hof am Laufen halten und die Schafe hüten sollen. Vor allem ihnen will sie helfen, zu den eigenen Ent­schei­dungen zu stehen. Mäd­chen wie Jungen wün­schen sich „Teil­habe an dem, was als ‚modernes Leben’ bezeichnet wird“. Unwei­ger­lich zieht es sie in die Städte, doch vielen fehlt ein kon­kreter Plan – und noch mehr ein Plan B. Hier will Han­ne­lore helfen: Ori­en­tie­rung geben, andere Wege zeigen, vor Abgründen bewahren.

So macht sie weiter, immer weiter. In Boli­vien, in Nepal oder anderswo. „Und sei es nur Eine oder Einer, der oder ich helfen kann, das Leben zu meistern.“

SES-Expertin Hannelore in Bolivien
Schließ­lich zeigt sich die Sonne im Hoch­land von Boli­vien doch mal – und Han­ne­lore posiert wie Goethe in der Cam­pagna in der wun­der­schönen Berglandschaft

***


Der Senior-Experten-Ser­vice (SES Bonn) im Überblick

Der SES mit Sitz in Bonn ist eine gemein­nüt­zige Stif­tung der Deut­schen Wirt­schaft für inter­na­tio­nale Zusam­men­ar­beit und die größte deut­sche Ent­sen­de­or­ga­ni­sa­tion für ehren­amt­liche Fach- und Füh­rungs­kräfte im Ruhe­stand oder in einer beruf­li­chen Aus­zeit. Seit seiner Grün­dung im Jahr 1983 hat der SES mehr als 50.000 Ein­sätze in 160 Län­dern, dar­unter auch vor Ort in Deutsch­land, durchgeführt.

Zukunft braucht Erfah­rung“, lautet der Slogan des SES. Die Idee: Fach- und Füh­rungs­kräfte geben Kennt­nisse aus ihrer lang­jäh­rigen Berufs­tä­tig­keit mög­lichst nach­haltig (oberstes Prinzip: „Hilfe zur Selbst­hilfe“) in Schwellen- und Ent­wick­lungs­län­dern weiter. Das Haupt­au­gen­merk liegt auf der För­de­rung junger Menschen auf ihrem Weg in den Beruf. Bei Ein­sätzen in Deutsch­land setzen Senior-Experten und ‑Exper­tinnen sich dafür ein, dass sich die Chancen am Arbeits­markt für junge Leute ver­bes­sern. Sie machen sich für die Inte­gra­ti­ons­hilfe in Schulen und gegen Aus­bil­dungs­ab­brüche stark.

Wer kann SES-Experte werden?

Neben Rentner:innen werden Berufs­tä­tige gesucht, die sich wäh­rend einer beruf­li­chen Aus­zeit enga­gieren wollen. Mög­lich ist die Teil­nahme am „Welt­dienst 30+“, der „jungen Sparte“ des Senior-Experten-Ser­vice, ab einem Alter von 30 Jahren. Menschen aus allen beruf­li­chen Bran­chen – Hand­werk und Technik, Handel und Ver­trieb, Bil­dung und Aus­bil­dung, Gesund­heit und Soziales, Wis­sen­schaft und Ver­wal­tung – können sich bewerben. Beson­ders gefragt sind zum Bei­spiel Bäcker:innen. Fremd­spra­chen­kennt­nisse und Aus­lands­er­fah­rung sind von Vor­teil. Im Vor­der­grund steht aber das Fach­wissen, gege­be­nen­falls werden den Ehren­amt­li­chen Dolmetscher:innen an die Seite gestellt.

SES-Ein­sätze: Wie lange? Wohin? Gibt es eine Bezahlung?

Senior-Experten im Aus­land sind im Schnitt vier bis sechs Wochen und maximal ein halbes Jahr im Ein­satz. Fol­ge­ein­sätze sind mög­lich. Die meisten Ein­satz­länder liegen in Afrika, Asien, Latein­ame­rika, in Mittel‑, Ost- und Süd­ost­eu­ropa, in der Region Nahost/Nordafrika und in Zentralasien. 

Die Ein­sätze laufen auf ehren­amt­li­cher Basis. Expert:innen erhalten aber eine Tages­pau­schale von 15 Euro. Die Regis­trie­rung in der SES-Daten­bank ist kos­tenlos, auch im Ein­satz ent­stehen kei­nerlei Kosten, weder für Trans­port noch Unterbringung.

Bewer­bung beim Senior-Expert-Ser­vice und Kontakt

Inter­es­sierte können sich online auf den Seiten des SES regis­trieren und hier eine Aus­wahl offener Stel­len­an­ge­bote ein­sehen. Die Orga­ni­sa­tion ist deutsch­land­weit ver­treten, in fast allen Bun­des­län­dern gibt es auch regio­nale Anspechpartner:innen. Die Kon­takt­adressen zum Senior-Experten-Ser­vice Berlin und allen anderen Regio­nal­ko­or­di­na­toren sind in dieser Über­sicht auf­ge­listet.

Wei­tere Erfahrungsberichte

Im Netz finden sich einige Erfahrungsberichte von SES-Experten, zum Bei­spiel hier auf spiegel.de. Auch die Sen­dung „W wie Wissen“ hat sich hier dem SES und seinen Ehrenamtler:innen gewidmet.


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7 Comments
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9. November 2020 12:31

Die Frau ist der abso­lute Wahn­sinn! Alleine für diesen Satz „Zufälle gibt es nicht. Es fällt zu, was fällig ist“, gehört sie abge­bus­serlt… Danke für dieses tolle Porträt!

9. November 2020 14:26

Hallo Susanne, das war ein wirk­lich inter­es­santer Bei­trag. Habe vom SES noch nie gehört. Finde es echt inter­es­sant und werde es mir abspei­chern. Man weiss ja nie, wozu man es noch brauchen kann.

9. November 2020 18:14

Wie span­nend! Ich behalte das auch mal im Hin­ter­kopf. Wer weiß, wann und wozu man solch einen Tipp zu so einer Orga­ni­sa­tion mal braucht …

10. November 2020 7:22

Tolle Frau, toller Artikel. Spornt an, lange gesund zu bleiben und sein Leben sinn­voll zu füllen. Ganz lieben Dank!