Aus­wan­dern: Erfahrungsberichte

Planst Du viel­leicht selbst, aus­zu­wan­dern und suchst Moti­via­tion, Tipps und Erfahrungsberichte zum Thema Aus­wan­dern? Oder liest du ein­fach gern Geschichten vom Alltag in der Ferne? 

Aus­wan­derer teilen ihre Erfahrungen 

Auf meinem Blog kommen regel­mäßig Aus­wan­derer und Aus­wan­de­rinnen aus Deutsch­land und anderen (über­wie­gend deutsch­spra­chigen) Län­dern zu Wort und erzählen von ihren Beweg­gründen, von ihrem Leben in der neuen Heimat und davon, wie der Schritt aus der Kom­fort­zone sie ver­än­dert hat. 

Alle Erfahrungsberichte von Auswanderern
Wenn Du hier klickst, fin­dest Du alle Bei­träge zum Thema, die ich bisher für diesen Blog ver­fasst habe: per­sön­liche Erfahrungsberichte vom Aus­wan­dern nach Kanada oder in die Karibik; Erzäh­lungen vom Leben in Thai­land oder in Tan­sania – und noch viele mehr!
So schön ist Vancouver
Aus­wan­dern nach Vancouver, Kanada: Chris­tian hat es getan. Hier liest Du seinen Erfahrungsbericht.

Aus­wan­derer: Wer sind sie und wenn ja, wie viele?

Vorweg: Inzwi­schen hat sich die Defi­ni­tion des Begriffs „Aus­wan­dern“ etwas ver­än­dert: Ver­stand man dar­unter früher das auf lange Dauer ange­legte Ver­lassen der Heimat und Immi­grieren in ein anderes Land, spricht man heut­zu­tage auch häufig dann von „Aus­wan­dern“, wenn die Zeit im Aus­land von vorn­herein begrenzt ist. Streng genommen ziehen viele Aus­wan­derer nur vor­über­ge­hend um. Viele halten sich als Expats im Aus­land auf, haben eine deut­sche Expat-Kran­ken­ver­si­che­rung und bleiben teil­weise auch in Deutsch­land gemeldet.

Laut der Studie „German Emi­gra­tion and Remi­gra­tion Panel“ wan­dern übri­gens jedes Jahr rund 180.000 Menschen aus Deutsch­land aus, dem­ge­gen­über kehren aber auch 130.000 Per­sonen im selben Zeit­raum wieder zurück. Man geht davon aus, dass etwa fünf Pro­zent der deut­schen Staats­bürger im Aus­land leben. Wie viele Menschen nach dem Aus­wan­dern nie mehr heim­kommen, lasse sich auf Grund­lage der vor­han­denen Daten aller­dings nur schwer sagen. Aus­wan­de­rungs­freu­diger als die Deut­schen sind inner­halb von Europa jeden­falls nur die Briten und die Polen.

Die meisten der 180.000 Menschen, die Jahr für Jahr in Deutsch­land ihre Zelte abbre­chen, ver­lassen ihre Heimat aus beruf­li­chen Gründen und satte 76 Pro­zent von ihnen sind Akademiker:innen. Sie erhoffen sich im Aus­land ein höheres Ein­kommen – und ver­dienen dort tat­säch­lich im Schnitt etwa 1200 Euro pro Jahr mehr als daheim. Zwar sind bisher vor allem Hoch­qua­li­fi­zierte aus­ge­wan­dert, der Studie zufolge steigt aber auch der Ver­dienst von Gering­ver­die­nern deut­lich, wenn sie ins Aus­land gehen. Vor allem aus finan­zi­eller Sicht ist es für viele Menschen also sinn­voll auszuwandern. 

Die Kar­riere ist ganz klar der Haupt­grund für eine Aus­wan­de­rung. Bei 37 Pro­zent der Befragten aus der oben ver­linkten Studie ist es aber gar nicht die eigene Kar­riere, son­dern der Beruf des Part­ners oder der Part­nerin, der sie ins Aus­land ver­schlägt. Als zweit­wich­tigstes Motiv, ihr Hei­mat­land zu ver­lassen, nannten die Studienteilnehmer:innen den Lebens­stil im Zielland.

Auswandern Neuanfang Symbolbild

Mitt­ler­weile habe ich für diesen Blog mit vielen Aus­wan­de­rern gespro­chen und auch anderswo reich­lich Erfahrungsberichte von Aus­wan­de­rern gelesen. Meine Stich­probe ist gemessen an der offi­zi­ellen Gesamt­sta­tistik natür­lich winzig klein, aber mir ist auf­ge­fallen, dass immer mehr Menschen aus Liebe aus­wan­dern. Das Internet hat zwei­fels­ohne seinen Anteil daran: Die Kom­mu­ni­ka­tion in einer Bezie­hung kann man – zumin­dest eine Zeit­lang – heute auch per WhatsApp oder Facebook in Gang bringen und auf­recht­erhalten. Auf diese Weise steht man trotz tau­sender Kilo­meter Ent­fer­nung in regem Kon­takt. Weil es diese Mög­lich­keiten gibt, lassen sich heute immer mehr Menschen über­haupt erst auf eine Fern­be­zie­hung ein. Irgend­wann muss das Paar eine Ent­schei­dung treffen und einer der beiden Partner der Heimat den Rücken kehren – manchmal nur vor­über­ge­hend, manchmal aber auch für immer.

Aus­wan­dern in der Psy­cho­logie: Lebens­ver­än­dernde Erfahrungen

In diesem lesens­werten Bei­trag setzt sich die Psy­cho­the­ra­peutin Dr. Agnes Justen-Horsten mit dem Aus­wan­dern aus­ein­ander – und betont, wie sehr die neuen Erfah­rungen das ganze Leben auf den Kopf stellen können. Der Orts­wechsel ziehe große Ver­än­de­rungen nach sich: eine Umstel­lung der Gewohn­heiten, die Tren­nung vom Freundes- und Fami­li­en­kreis, den „zeit­wei­ligen Ver­lust von sozio-kul­tu­reller Kom­pe­tenz“ – und all dies müsse erst einmal intensiv psy­cho­lo­gisch ver­ar­beitet werden. Bes­ten­falls sei der dau­er­hafte Umzug ins Aus­land u.a. begleitet von mensch­li­chem Wachstum und einer Stei­ge­rung der Bezie­hungs- und Kon­flikt­fä­hig­keit, doch wenn jemand diese ein­schnei­denden Lebens­ver­än­de­rungen nicht gut ver­ar­beiten könne, liege in einer Aus­wan­de­rung auch das Risiko von Ent­täu­schung, Angst, Rückzug und Depression.

Die Psy­cho­the­ra­peutin rät des­halb dazu, sich wirk­lich gründ­lich mit dem geplanten (oder schon gegan­genen) Schritt aus­ein­an­der­zu­setzen. Dazu zählt unter anderem, den eigenen Motiven genau auf den Grund zu gehen (denn eine „exis­ten­zi­elle Not­wen­dig­keit“ zum Aus­wan­dern gebe es in unserem Kul­tur­kreis nicht). Wichtig sei es auch, einen guten Abschied zu finden und lieb­ge­wonnen Gewohn­heiten zu erkennen und ihnen dann auch im Aus­land genü­gend Raum zu geben.

Warum viele Aus­wan­derer den­noch schei­tern, ver­sucht dieser Bei­trag zu ergründen. Häufig sei das Pro­blem, dass Menschen ledig­lich nach einigen Urlauben im Ziel­land beschließen, ihren Lebens­mit­tel­punkt dorthin zu ver­legen – und dann fest­stellen, dass der Alltag vor Ort nicht so lässig wei­ter­läuft wie sie es in den Ferien erlebt haben. Viele Aus­wan­derer machen die Erfah­rung, mit dem Arbeits­alltag oder den Arbeits­be­din­gungen im neuen Land nicht gut zurecht zu kommen (zum Bei­spiel mit dem gerin­geren Urlaubs­an­spruch oder dem Fehlen eines Kün­di­gungs­schutzes). Viele müssen sich nach der Aus­wan­de­rung auch ein­ge­stehen, dass ihre Geschäfts­idee nicht richtig durch­dacht und sie selbst über die Geset­zes­lage nicht gut genug infor­miert gewesen sind. Und der schlimmste Faux-Pas sei es, die Lan­des­sprache nicht (gut genug) zu beherrschen. 

Damit Aus­wan­derer und Aus­wan­de­rinnen all diese nega­tiven Erfah­rungen nicht machen müssen, raten die Exper­tinnen, die in diesem Bei­trag zu Wort kommen, eben­falls dazu, sich ganz ehr­lich mit den eigenen Motiven aus­ein­an­der­zu­setzen. Außerdem sei es fun­da­mental, sich wirk­lich gut zu infor­mieren und seine Aus­wan­de­rung akri­bisch zu planen. Um sich ein Sicher­heits­netz zu erhalten, emp­fehlen sie außerdem, nicht alle Brü­cken nach Deutsch­land abzu­bre­chen und auch der Mög­lich­keit einer Rück­kehr Raum zu geben. Mit dieser Sicher­heit im Rücken könne man sich auch im neuen Land ein wenig leichter bewegen. 

Was ist das belieb­teste Auswanderungsland?

Am häu­figsten gehen Deut­sche übri­gens in die Schweiz, dicht gefolgt von den Ver­ei­nigten Staaten von Ame­rika. Auch Bianca ist mit 22 Jahren aus­ge­wan­dert – nach New York City! Ihren Erfah­rungs­be­richt vom Aus­wan­dern in die USA fin­dest du hier.

Auf der Liste der belieb­testen Aus­wan­de­rungs­länder für Deut­sche stehen auch Öster­reich und Groß­bri­tan­nien. Viele träumen aber auch von einem Leben auf einer son­nen­rei­chen Insel am anderen Ende der Welt, etwa vom Aus­wan­dern in die Karibik. Hier auf dem Blog gibt es auch einen Erfah­rungs­be­richt einer Aus­wan­derin, die in der Karibik lebt, näm­lich von Johanna (65), die schon in den Acht­ziger Jahren nach Gre­nada zog.

Bei der Wahl des Aus­wan­de­rungs­landes spielen die kli­ma­ti­schen Bedin­gungen gene­rell eine große Rolle. In einer Yougov-Umfrage nannten 31 Pro­zent der­je­nigen Befragten, die sich vor­stellen können, aus­zu­wan­dern, die Hoff­nung auf schö­neres Wetter als Beweg­grund. Aller­dings fallen die Erfah­rungen von Aus­wan­de­rern, die in den son­nigen Süden gezogen sind, nicht so positiv aus wie viele viel­leicht ver­muten: Eine Studie der Uni­ver­sity of Lei­cester kommt zu dem Ergebnis, dass Wet­ter­flüch­tige weniger glück­lich seien als Daheimgebliebene. 

Aus­wan­dern: Wo kann man als Rentner gut und günstig leben?

Auch viele Rentner:innen erwägen, ihren Ruhe­stand im Aus­land zu ver­bringen oder sind diesen Schritt längst gegangen: Laut dem Verein „Deut­sche im Aus­land“ werden inzwi­schen rund 230.000 Renten ins Aus­land über­wiesen, etwa ein Pro­zent der Rentner:innen in Deutsch­land seien damit „Senio­ren­aus­wan­derer.“ Und wohin ver­schlägt es die aus­wan­dernden Senioren und Senio­rinnen? Dieser Seite zufolge zieht es die meisten Menschen im Ruhe­stand zur­zeit in die Schweiz, gefolgt von den USA, Öster­reich, Spa­nien und Frankreich.

Diese Top-Fünf-Länder sind aber nicht gerade dafür bekannt, günstig zu sein. Viele fragen sich: „Wo kann man mit kleiner Rente gut leben?“ oder noch kon­kreter: „Wo kann man mit 1000 Euro Rente gut leben?“ Inter­es­sant dürfte die fol­gende Ana­lyse der „Welt am Sonntag“ aus dem Jahr 2016 sein: Bei der Ermitt­lung jener Orte in Europa, in denen Rentner und Rent­ne­rinnen aus Deutsch­land am besten und am bil­ligsten leben können, spielten die Lebens­hal­tungs­kosten zu 50 Pro­zent eine Rolle, es flossen außerdem die medi­zi­ni­sche Ver­sor­gung, die Kri­mi­na­li­täts­rate und Kor­rup­tion im Ziel­land in die Bewer­tung ein. Die besten fünf Länder zum Aus­wan­dern für Rentner sind dem­nach Polen, Tsche­chien, Ungarn, Öster­reich und Spa­nien. Bei den drei top-plat­zierten Län­dern ist neben den güns­ti­geren Lebens­hal­tungs­kosten außerdem als Vor­teil für deut­sche Rentner her­vor­zu­heben, dass viele Menschen vor Ort auch deutsch sprechen.

2019 mel­dete die Welt am Sonntag, dass Länder in Ost­eu­ropa tat­säch­lich als Alters­wohn­sitz für deut­sche Ruhe­ständler im Kommen sind. Diese würden die tra­di­tio­nellen und deut­lich teu­reren Aus­wan­der­erländer USA, Kanada, Groß­bri­tan­nien und Aus­tra­lien, nach und und nach ablösen. 

Aus­wan­dern aus Deutsch­land: Was beachten?

Auf meinem Reise- und Aus­wan­derer­blog stehen in vielen Fällen direkt unter den Erzäh­lungen der Aus­wan­derer zusätz­liche Infos zum jewei­ligen Land sowie zu den Vor­aus­set­zungen, unter denen man sich dort lang­fristig auf­halten kann. Dabei geht es um die jeweils benö­tigten Visa, um Fähig­keiten und Qua­li­fi­ka­tionen, die wichtig oder hilf­reich sind oder darum, wie man sich in der neuen Heimat zurecht findet und zum Bei­spiel Anschluss findet. Natür­lich geht es auf dem Blog auch um die Frage, was man beim Aus­wan­dern aus Deutsch­land beachten muss – zum Bei­spiel hier.

Ich hoffe, Du fin­dest auf diesem Blog jede Menge Inspi­ra­tion und die ein oder andere brauch­bare Info! Hast Du viel­leicht selbst Erfah­rungen mit dem Aus­wan­dern gesam­melt? Erzähl mir gern davon in den Kommentaren. 

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