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Über das Alleinreisen

Autorin
Allein reisen. Heute aus Überzeugung.

Was mir früher eine Hei­den­angst ein­jagte, erfüllt mich heute mit krib­be­liger Vor­freude: Wie ich zur Allein­rei­senden aus Über­zeu­gung wurde – und warum Mut nichts damit zu tun hat.


Im ICE, zwei Stunden vor der Ankunft, sprang mir das Bild noch einmal schmerz­haft deut­lich vor Augen: ein volles Restau­rant, überall Pär­chen. Nur der Kat­zen­tisch vorm Klo ist frei geblieben. Da sitze ich und sto­chere im Essen herum und fühle mich wie der ein­samste Mensch auf der Welt.

Ich ver­suchte, mich abzu­lenken. Draußen zogen Post­kar­ten­mo­tive vor­über. Ein paar Raps­felder, Kuh­weiden und Wind­mühlen später war das flaue Gefühl im Magen immer noch nicht weg.

Vier Tage wollte ich in Ams­terdam ver­bringen, keine große Sache eigent­lich. Aber zum ersten Mal reiste ich nur um des Rei­sens willen allein – und nicht etwa aus beruf­li­chen Gründen oder um jemanden zu besu­chen. „Was, wenn das alles ganz furchtbar wird?“, hatte ich unent­wegt gedacht. Und mich trotzdem auf den Weg gemacht.

Damals, vor drei Jahren, hatte ich Lie­bes­kummer und mit­ten­drin eine Woche Urlaub. Ich hatte Fernweh, aber nie­manden, der mit­kommen konnte oder wollte. Ein Glücks­fall! Denn in dieser Lage begriff ich etwas Wich­tiges: Wenn ich immer erst warte, bis jemand mich begleitet, dann komme ich zu nichts. Dann ist das Hoch­verrat an den Träumen, die ich mir erfüllen will in diesem Leben. Wun­der­voll, wenn ein lieber Mensch daran teil­haben möchte. Aber wenn nicht, dann mache ich sie allein wahr. Dann werde ich eben allein reisen.

Allein reisen ist keine Frage des Mutes

Nach diesem Trip – Es war schön in Ams­terdam! – wurde ich zur Allein­rei­senden aus Über­zeu­gung. Statt Bedenken habe ich seitdem immer krib­be­lige Vor­freude im Gepäck. Nach Van­couver, nach Mexiko, nach Maui, nach Sin­gapur, nach Thai­land habe ich sie inzwi­schen mit­ge­nommen. Und mit jeder Reise wird sie noch ein biss­chen größer.

Du bist ja mutig“, sagen Freunde und Kol­legen. Und Leute, die mich eigent­lich kaum kennen. „Mutig“ ist das Nummer-Eins-Eti­kett für Frauen, die allein reisen. Eine Freundin – ich habe sie in Sin­gapur kennen gelernt – wird eben­falls regel­mäßig mit ihm ver­sehen. „Ich bin nicht mutig. Nur selbst­ständig und unab­hängig“, sagt sie, und das trifft, glaube ich, auf alle Solo-Rei­senden zu: Nicht Mut treibt sie an, son­dern Neu­gier, Erleb­nis­hunger, der Wunsch, den eigenen Hori­zont zu erwei­tern. Viel­leicht aber auch ein ganz anderer indi­vi­du­eller Beweg­grund. Wer allein reist, hat irgend­wann in sich hin­ein­ge­hört und sich gefragt, was er selbst wirk­lich will. Und dann hat er auf sich gehört.

Allein reisen, tolle Leute treffen und mit denen Cocktails in Singapur trinken

Allein reisen, tolle Leute treffen und mit denen dann Cock­tails auf dem Marina Bay Sands Hotel in Sin­gapur trinken

Meine Angst, mich unter­wegs einsam zu fühlen, hab ich längst im hohen Bogen auf den Müll geschmissen. So über­flüssig ist sie. Wenn man auf Reisen nicht für sich bleiben will, dann muss man es auch nicht. Denn es ist wohl nir­gends leichter, Leute kennen zu lernen als an Orten, an denen sich Rei­sende auf­halten. Rei­sende, die in der Regel offen sind und ebenso daran inter­es­siert, Anschluss zu finden. In fünf Wochen Back­packing habe ich nicht einen ein­zigen Tag kom­plett allein ver­bracht. Fast immer habe ich in Hos­tels – in sol­chen fernab vom Kli­schee der Par­ty­hoch­burg für Schul­ab­gänger – Leute auf meiner Wel­len­länge getroffen. Mit vielen bin ich in Kon­takt geblieben.

Botschaft im Hostel

Oft hilft auch der Zufall: Auf Koh Phi Phi wollte ich mir kurz nach meiner Ankunft das Dorf ansehen, als es kräftig zu regnen begann. Unter dem nächst­besten Vor­dach standen zwei Frauen. Sie rückten für mich etwas zusammen, ich stellte mich zu ihnen. Schnell kam ich mit Marion und Celine, den beiden Schwes­tern aus Frank­reich, eine wit­ziger als die andere, ins Gespräch. Und als der Regen nicht mehr ganz so heftig auf das Blech­dach trom­melte, ver­ab­re­deten wir uns für später zum Essen beim Inder.

Danach lief ich durch Koh Phi Phi, mit einem Lächeln im Gesicht und einem Gedanken: „Von wegen Kat­zen­tisch. Von wegen einsam.“


Und Du? Allein reisen, hast Du das schon gemacht? Oder hast Du Dich bis­lang noch nicht getraut? Ich freue mich über Kom­men­tare.


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Kommentare

63
  • Saskia

    JAWOLL! Toll geschrieben, und so wahr. Vor 4 Jahren bin ich auch alleine auf­ge­bro­chen. Nach Por­tugal. Keiner sonst hatte Zeit, keiner hatte Geld, keiner hatte Urlaub. Aber ich wollte weg! Also habe ich für Juli einen Gabel­flug nach Faro und zurück von Porto gebucht – und sonst nichts. Und gleich am ersten Abend hatte ich eine Hand­voll Leute an der Hand, Brian aus Cal­gary, einen netten Lon­doner, ein paar Fran­zö­sinnen, mit denen wir nur essen gehen wollten. Wir waren in 3 Bars, einem Club und haben uns viele por­tu­gie­si­sche Biere später den Son­nen­auf­gang vom Dach unseres Hos­tels ange­sehen! Viel alleine war ich nie, einsam schon gar nicht, aber wenn mir danach war, habe ich mich bewusst dazu ent­schieden und es genossen. Ich kann es allen nur emp­fehlen!

  • Martina

    Schön, dass auch Du Mut den­je­nigen zusprichst, die sich noch nicht trauen alleine zu reisen. Wer es einmal gewagt hat, selten davon wieder los­kommen! Schöne Geschichte von Dir.

    • Susanne

      Vielen Dank. Ja, ich glaube, dass da oft auch Vor­ur­teile im Weg sind. Die haben sich oft schnell erle­digt, wenn man es mal aus­pro­biert.

  • Britta

    Ja, das stimmt alles!!!! Es hat 40 Jahre gedauert, bis ich genug Mut hatte, allein zu ver­reisen. Und ich hab ganz klein ange­fangen (zuerst Sylt ; -), dann Rom, New York, Vietnam…) Ich war nie einsam, habe Leute aus Aus­tra­lien, Russ­land, Schweden, USA.…. ken­nen­ge­lernt. Es waren immer tolle Begeg­nungen, die ich nie­mals ver­gessen werde. An alle, die sich nicht trauen: Macht es trotzdem! Es ist groß­artig. Auf eine Reise zu ver­zichten, nur weil nimand mit­kommt ist abso­luter Blöd­sinn. Ihr werdet nicht nur andere, son­dern auch Euch selbst besser ken­nen­lernen und mutiger werden und es ganz sicher nicht bereuen.

    • Susanne

      Liebe Britta, Du sagst es! Und ob mit 20, 30, 40 oder 50 — ganz egal, es ist ja dafür nie zu spät. Zum Thema bereuen fällt mir dieses recht berühmte Rei­se­zitat ein:
      “I wish I hadn’t gone tra­vel­ling” – said NO ONE EVER.
      🙂

  • Jule

    Nach einem Aus­tau­sch­jahr in Car­diff weiß ich das Allein­reisen auch sehr zu schätzen. Und auch wenn man nicht auf Leute trifft, es ist sehr befreiend und ange­nehm, wenn man nach seiner eigenen Pfeife tanzen kann. Man lernt auch viel über sich. Dass man dafür dann auch mal mit­leidig ange­sehen wird, wenn man am Geburtstag alleine nach London fährt, weil man keine Lust auf Fei­er­lich­keiten mit Zweck­be­kannt­schaften (aka WG) hat, muss man dann ein­fach sto­isch hin­nehmen. Dafür dann: 3 Stunden durch ein Museum stromern und anschlie­ßend im son­nigen Park ein Sand­wich genießen. Geht doch!
    PS: Immer wieder schön zu lesen, dass es Dir anschei­nend mehr als gut geht!

    • Susanne

      Vielen Dank, Jule, ich freu mich. Recht hast Du. Anschluss ist ja nicht zwin­gend erfo­der­lich. Zeit ganz allein zu ver­bringen, ist auch eine wich­tige Erfah­rung. In Ams­terdam war ich schluss­end­lich auch viel allein unter­wegs. Hab mir die Stadt in meinem Tempo erlaufen und fest­ge­stellt, dass das nicht weniger ist als in Beglei­tung. Ich saß übri­gens auch zwei son­nige Nach­mit­tage in Folge mit Anti­pasti auf der Wiese vorm Rijks­mu­seum.
      Und: Och ja doch, das tut es, danke. Dir hof­fent­lich auch.

  • Patrick

    Es ist toll, auf Solo-Reise alles nach den eigenen Vor­stel­lungen machen zu können, wäh­rend man nebenbei auch lernt, Ent­schei­dungen zu treffen. Einsam hab ich mich noch nie gefühlt, man bekommt in der Regel schneller Anschluss, als wenn man zu zweit oder zu dritt unter­wegs ist und wenn man will, ist im digi­talen Zeit­alter zu Hause eh nie weit weg.

    Ande­rer­seits ist es doch nicht das­selbe, als wenn ein guter oder der beste Kumpel dabei ist. Einen, mit dem man auf der selben Wel­len­länge schwebt, Witze reißen kann und die Dinge erlebt, die gute Freund­schaft von Bekannt­schaften unter­scheiden.

    Aber diesen jenigen muss es eben auch geben und er muss auch Zeit haben und und und. Um Hotel- oder Sprit­kosten zu sparen oder jemand zum quat­schen zu haben würde ich keine Nicht-Solo-Reise mehr machen.

    • Susanne

      Hi Patrick,
      unter­schreibe ich so. Richtig, man findet sogar schneller Anschluss als zu zweit oder zu dritt. Richtig auch: Es ist nicht das­selbe, als würde man mit einem guten Freund / einer guten Freundin los­fahren. Aber schlechter eben auch nicht, nur anders. Zu Hause bleiben ist jeden­falls keine Option, nur weil nie­mand mit­kommt. Und, wie Du schon sagst, es muss – wenn – auch die rich­tige Person sein. Ich habe das Gefühl, je älter man wird, desto schwie­riger wird auch die Orga­ni­sa­tion — Zeit­raum finden, in dem beide frei haben, Kom­pro­misse finden hin­sicht­lich Ziel, Dauer, Route etc..

      • Patrick

        Guter Punkt. Je älter man wird, desto mehr ist jeder ver­wur­zelt in Ver­pflich­tungen. Wenns dann doch mal passt, per­fekt! Für den anderen Fall haben wir zum Glück gelernt, dass das garan­tiert kein Grund ist, zu Hause zu bleiben.

  • Sebastian

    Hallo Susanne,
    toller Bei­trag. Aller­dings hast du geschrieben, das du noch nie alleine geblieben wärst — nicht­mals für einen Tag. Ich kann dir nur von Herzen emp­fehlen: Geh raus, in die Natur, abseits von allem. Ein­sam­keit hat etwas unglaub­lich ange­nehmes, man könnte fast schon sagen rei­ni­gendes. Ich war z.B. im März einen Tag alleine auf einer Insel — und ich meine wirk­lich alleine. Unge­plant, ich gebe es zu: Ich bin Segler und mir war der Wind für mein Boot zu stark, also bin ich geblieben. Davor und danach hatte ich aber auch meh­rere Tage nur gaaanz kurze Kon­takte, im Sinne von Bezahlen im Super­markt. Viele Schre­cken davor zurück — aber mal wirk­lich alleine sein, nie­mand bei einem — und, ganz wichtig — auch nicht die Mög­lich­keit von jetzt auf gleich andere zu Kon­tak­tieren,. das ist ein ganz beson­deres Gefühl. Ich werde auf jeden Fall auch in Zukunft wieder solche Situa­tionen suchen.
    Es ist ein wenig, als wäre man alleine auf der Welt — und als gäbe es wirk­lich keine Regeln 😉
    Grüße,
    Sebas­tian

    • Susanne

      Hallo Sebas­tian,
      guter Ein­wand. Ich hab mich aber nicht bewusst der Ein­sam­keit ent­zogen, man kann das ja vorher auch nicht immer wissen. Es hat sich so ergeben und vor allem waren mir die Leute, mit denen ich die Zeit ver­brachte, extrem sym­pa­thisch. Wäre das nicht so gewesen, hätte ich auch kein Pro­blem gehabt, eine Weile ganz allein zu bleiben. Aber auch nicht zu lange, denn Leute kennen zu lernen gehört für mich zu den tollsten Erfah­rungen auf Reisen.

  • Angelika

    Ich kann teil­weise zustimmen 🙂

    Vor fünf Jahren war ich das erste Mal auf Reisen, alleine. Ich hatte ein­fach genug davon, mich immer in den Ferien beugen zu müssen und nicht die Dinge unter­nehmen zu können, die ich gerne wollte. Leider sind meine Inter­essen total ver­schieden zu denen von meinen Freunden. Also hiess es im Jahre 2010 ab nach Ägypten, alleine 🙂 Ich wurde von wirk­lich allen schweps ange­schaut und es kam immer die Frage: “Alleine? Nach Ägypten? Bist du wahn­sinnig, dass ist doch lang­weilig und als Frau doch so gefähr­lich!”. Non­sense, es waren mit Abstand die besten Ferien die ich je hatte. Ich war eine Woche lang auf dem Nil unter­wegs und wir machten jeden Tag in der Rei­se­gruppe Aus­flüge, herr­lich 🙂 Im November war ich 4 Tage in Ams­terdam. Es war eine tolle Zeit, wobei ich nie wirk­lich ein Mensch war, der aktiv auf Men­schen zuging, und es halt doch ein biss­chen einsam wird, so ganz allein. In meinem 3monatigen Auf­ent­halt in NZ dieses Jahr lernte ich dies dann doch auch, durch meine Auf­ent­halte in YHA. Ich bezweifle stark, dass ich jemals gross zu zweit oder allg. mit Freunden reisen werde. Da reg ich mich ein­fach infolge ver­schie­dener Inter­esse zu fest auf 😉

    • Susanne

      Ich stimme Dir zu. Und selbst wenn es mal doch nicht super­toll wird, hat man unheim­lich viel gelernt und mit Sicher­heit Selbst­ver­trauen gewonnen. Bes­ten­falls lernt man gleich­zeitig, sich selbst allein aus­zu­halten. Dann ist Allein­bleiben völlig ok und die neuen Bekannt­schaften ein Sah­ne­häub­chen. 🙂

  • Mona

    Dein Bei­trag macht mir zumin­dest ein biss­chen Mut, dass auch ich Gefallen am alleine Reisen finden werde. Ich will sehr viel von der Welt sehen und nutze daher Ende des Jahres einen aus­lau­fenden Ver­trag, für meh­rere Monate nach Asien/ Australien/Afrika zu fahren. Ich liebe Reisen und Back­packing aber ich bin eigent­lich nur sehr sehr ungern länger alleine. Aber wenn ich jetzt nicht gehe und auf andere warte, dann hab ich auch keine Chance alles das zu sehen, was mich raus treibt in die Welt. Ich hoffe, dass auch ich nicht allzu oft am allein am Kat­zen­tisch sitzen werde.

    • Susanne

      Liebe Mona, ich gebe Dir hiermit das Ver­spre­chen, dass das nicht pas­sieren wird. 🙂 Wenn Du mit Asien anfängst, halte ich das für aus­ge­schlossen. Würde mich freuen, wenn Du mir hin­terher erzählst, wie es war. Und Glück­wunsch zu Deiner Ent­schei­dung! Wirst Du nicht bereuen.

  • S.

    Nach den Kom­men­taren fühle ich mich mit meinen Erfah­rungen schon alleine. Das “alleine nach Asien” reisen war kein Pro­blem, da ich dort die Men­schen kennen lernte, mit denen ich zusammen wohnte, und viele wei­tere. Aber bei einem spä­teren Kurz­trip nach Ams­terdam habe ich mich alleine sehr ängst­lich und einsam gefühlt. Warum dies so negativ war, weiß ich bis heute nicht. Ich teile das jetzt ein­fach mal, nicht um irgend­eine zu ent­mu­tigen, son­dern um zu zeigen, dass jede Reise und Erfah­rung unter­schied­lich sein kann und es wichtig ist, auf sich selbst zu hören.

    • Susanne

      Hallo S., das ist völlig ok, eine nega­tive Erfah­rung zu teilen – ich hatte selbst nicht damit gerechnet, dass fast aus­schließ­lich Zustim­mung kommt. Mir ging es ja in erster Linie darum, dass man über­haupt auf­bricht, wenn man auf­bre­chen möchte. Aber ich kann schon auch solche Gefühle nach­voll­ziehen – ob man eine Reise im Allein­gang schön findet, hängt von so vielen Fak­toren ab. Man hat viel­leicht auch mal kein Glück. Trotzdem denke ich, hast Du sogar aus diesem Ams­terdam-Trip viel für Dich gezogen, oder nicht? Sei den­noch stolz, dass Du los­ge­reist bist, ich finde, es gibt nichts zu bereuen. Im Gegen­teil: Du hast Ams­terdam gesehen und bist Dir auf der Reise selbst gegen­über­ge­treten. Alles wert­voll. Ich wünsch Dir alles Liebe.

      • S.

        Oh, danke für die liebe Ant­wort! Wenn man es so sieht, war die Reise wirk­lich sehr wichtig für mich und zu denken, dass ich stolz auf mich sein kann — obwohl oder grade wenn es anders und schwie­riger war als erwartet — fühlt sich grade sehr gut an.

    • Susanne

      … übri­gens bin ich in Ams­terdam, auf meinem ersen Solo-Trip, auch weit­ge­hend allein geblieben, da in meinem Hostel nur sechs 18-jäh­rige Bri­tinnen waren, die zusam­men­ge­hörten. Am ersten Tag war ich auch noch ver­un­si­chert und ängst­lich. Aber dann gefiel mir die Stadt ein­fach so gut. Die Sonne schien und ich lief und lief und lief und schaute mir alles in Ruhe an. Him­mel­hoch­jauch­zend war ich da auch nicht. Aber immerhin glück­lich über die Tat­sache, dass ich mit mir allein sein konnte und nicht statt­dessen zu Hause in meiner Woh­nung saß.

  • Jens

    Hallo Susanne,

    da hast du einen Tollen Artikel geschrieben und ich kann dir in allen Punkten nur zustimmen! Reise so weiter wie du es magst. Spon­ta­nität ist das gute beim Allei­ne­reisen, du kannst inner­halb von 5 Sekunden deine Pläne über Bord werfen und weiter ziehen! Das habe ich in all meinen Reisen gelernt und war dabei nur selten alleine!!

    Liebe Grüße aus Süd­afrika
    Jens

    • Susanne

      Hallo Jens, ganz lieben Dank. Das stimmt, das habe ich auch lieben gelernt. Ich freu mich auch schon aufs nächste Mal. Liebe Grüße zurück — nach Süd­afrika will ich auch. Geht das auch allein, was meinst Du?

  • Mya

    Hallo Susanne,

    ein echt toller Artikel.
    Ich spiele auch schon seit län­gerem mit dem Gedanken eine grö­ßere Reise ins Aus­land alleine anzu­treten, weil es mitt­ler­weile echt schwierig geworden ist, jemanden zu finden der mit möchte und die Zeit hat. Fast jeder im Freun­des­kreis ist halt in einer festen Bezie­hung und die meisten haben nun auch Kinder.
    Vor zwei Wochen in Köln (gamescom 😀 ) hatte ich die Mög­lich­keit (gezwun­ge­ner­maßen), das ich bei ein paar Events alleine unter­wegs sein konnte und ich muss sagen, das war total befreiend. Ich bin jemand, ich nehme immer Rück­sicht auf andere, was sie machen möchten usw… Und da konnte ich selber ent­scheiden, gehe ich hierhin oder lieber woan­ders hin. Keiner der dann hinter mir stand und über meine Ent­schei­dung geme­ckert hat oder auf den ich die ganze Zeit warten musste, weil die Person nicht mit­halten konnte, aber dabei sein musste… (in London war mir das dann zu blöd und ich hab mich zeit­weise alleine aus dem Hotel geschli­chen…)
    Mal schauen, ob ich nächstes Jahr alleine nach Schott­land fliege… Ob ich mich traue. Es ist schon eine Über­win­dung. In Deutsch­land, Schweiz und Öster­reich habe ich kein Pro­blem alleine unter­wegs zu sein, aber ein biss­chen weiter, da habe ich schon noch ein wenig Angst…

    LG
    Mya

    • Susanne

      Hallo Mya, vielen Dank. Ich freu mich sehr, dass er Dir gefällt und Mut macht. Bist Du denn Hos­tels gegen­über auf­ge­schlossen? Das ist, nach meiner Erfah­rung, eine relativ viel­ver­spre­chende Sache, wenn es darum geht, Freunde kennen zu lernen, gerade in Städten. Aber weißt Du, selbst wenn man keine Leute kennen lernt, kann man die Zeit durchaus genießen und wachsen. Du wirst es sicher nicht bereuen!

      Grüße zurück,
      Susanne

  • Weltenstürmer Mad

    Hey Susanne,

    eine schöne Geschichte. Brau­chen mehr davon, sodass immer mehr Leute die Ent­schei­dung treffen es doch mal alleine zu pro­bieren, daran wachsen und offen­herzig in die Welt hinaus stürmen.
    Auch ich habe es gewagt und war restlos davon über­zeugt. EIn­fach herr­lich das Gefühl, dass man alles machen kann was man will — und nichts machen muss.

    Natür­lich gibt es auch die Momente der Ein­sam­keit, wo man zwei­felt, einen die Angst beherrscht und man nicht weiter weiß, aber die gehen vor­rüber, wenn man sich traut auf andere Leute zuzu­gehen. Meist sind es ja Gleich­ge­sinnte (man ist schließ­lich im selben Land, zur selben Zeit und in der selben Unter­kunft) und welt­of­fene Leute. Und dann hat man die schönste Zeit auf Reisen!

    Übri­gens gefallen mir deine Geschichten sehr gut, ins­ge­samt deine Seite hier.

    Wün­sche dir noch viele schöne Momente unter­wegs.

    Liebe Grüße,
    Mad

    • Susanne

      Danke sehr, Mad! Freu mich, dass Dir gefällt, was ich hier so treibe. Danke Dir! Das wün­sche ich Dir auch und schaue auch mal auf Deiner Seite vorbei.

  • Tommy

    Danke das ermu­tigt mich ein Jahr alleine nach Kanada zu gehen

  • Bearnerdette

    Sehr schöner Bericht. Ich habe schon oft dar­über nach­ge­dacht, mal allein zu ver­reisen, den Schritt aber bisher nicht gewagt…

    Viele Grüße
    Bear­ner­dette

  • Christina

    Hallo alle zusammen, vielen Dank für diesen ermu­ti­genden Artikel. ich habe den Traum nach Indien zu reisen.. Und viele sagen, dass ich es lieber lassen soll! Zu gefähr­lich. Hier jemand zufällig Erfah­rung😊

  • Dagmar

    hallo Susanne,
    genau so ist es — ich bin schon viel allein gereist und natür­lich schwingt auch immer ein bissl die Angst mit, zu viel allein zu sein, v.a. in Situa­tionen wie Krank­heit etc.. Was ich aber gelernt habe auf all diesen Reisen: es ist immer jemand da wenn Du wirk­lich Unter­stüt­zung brauchst (und hab schon einige “Kran­ken­sta­tionen” gesehn 😉 ) und wenn Du mit Dir alleine sein magst, geht das auch gut. Und ich genieße es wirk­lich ein­fach nur mal mit mir allein zu sein und zu schauen was der Tag so bringt. So hab ich schon sehr viele schöne Erfah­rungen machen können und natür­lich nimmt man per­sön­lich ganz schön viel mit, wenn man sich allein “durch­ge­schlagen” hat 🙂
    hab aller­dings eine Freundin, für die ist es nicht so: allein zu reisen macht ihr keinen Spaß, sie möchte jemanden zum “Teilen” haben und daher ists wohl auch wohl ne Frage der per­sön­li­chen Vor­lieben ob einen das “Allei­ne­reisen” glück­lich macht…

    • Susanne

      Liebe Dagmar, das stimmt und ich habe auch lernen müssen, dass es keine gute Idee ist, jemanden zum Allein­reisen zu drängen oder bekehren zu wollen, nur weil man selbst gute Erfah­rungen damit gemacht hat. Nicht in jedem steckt der Wunsch, das ist auch voll­kommen ok – ich per­sön­lich finde es nur schade, wenn jemand eigent­lich schon gern will und sich nicht traut und ihm oder ihr nur das letzte Quänt­chen Mut fehlt. Da helf ich dann gern nach. 🙂 Ich wünsch Dir noch viele tolle Reisen, allein und in Beglei­tung.

  • Sam

    Hi Susanne,
    Toller Artikel, kurz und kna­ckig. Ich bin über ze.tt darauf gestoßen (http://ze.tt/warum-ich-allein-reise-und-wieso-ich-ganz-klein-angefangen-habe/).
    Schade dass nicht mehr Frauen den Mut haben, alleine zu reisen. Meis­tens trifft man doch nur Männer oder Frauen mit Mann. Von daher hoffe ich, dass noch viele Frauen deinen Artikel lesen!
    LG
    Sam

    • Susanne

      Hallo Sam, vielen Dank! Fin­dest Du? Ich hab unter­wegs ziem­lich viele allein rei­sende Frauen getroffen. Aber es dürfen gern noch viel mehr werden, da geb ich Dir recht!

  • Theresa

    Liebe Susanne,
    Du hast mir mit diesem Text gerade so unglaub­lich viel Motiav­tion gegeben. Bei mir ist näm­lich genau der Fall ein­ge­treten, den du beschreibst: nie­mand will und kann mit mir mit, aber wenn ich die Reise auf­schiebe bis Person X kann, werde ich wohl nie dorthin, wo ich hin­will — dann, wann ich will. Näm­lich an meinem Geburtstag (der lus­ti­ger­weise genau am 19. Mai ist, an dem Tag du den Artikel ver­öf­fent­licht hast). Ich weiß, dass meine Ent­schei­dung bei vielen auf Ver­wun­de­rung stoßen wird — alleine reisen? Als FRAU? Geht nicht — zu gefähr­lich. Geht doch! Ein­fach weil ich möchte.
    Für mich wird’s am 18. Mai nach Ams­terdam gehen.
    Danke dir,
    Alles Gute,
    The­resa

    • Susanne

      Liebe The­resa, Du glaubst gar nicht, wie sehr ich mich über solche Kom­men­tare wie Deinen immer freue, es könnte wie­derum für mich keine grö­ßere Moti­va­tion geben. Schön, dass Du Dich auf Deine Reise machst. Lass mich gern wissen, wie es war. Liebe Grüße und ganz viel Spaß!

  • Chiara

    Hey Susanne, lieben Dank für den mut­ma­chenden Artikel! Ich denke, ich werde nun tat­säch­lich in den nächsten Ferien alleine nach London reisen, auch wenn meine Freundin leider ver­hin­dert ist. Ich bin 18 und noch nie alleine gereist und habe einige Ängste, da auch meine Mom in diesem Punkt sehr unsi­cher ist. Aber es ist an der Zeit für mich selbst zu ent­scheiden und ich freue mich schon extrem darauf!

    • Susanne

      Liebe Chiara, schau doch mal, ob ein gutes Hostel infrage kommt. Da fin­dest Du bestimmt Anschluss. Ganz viel Spaß. Und: So geht’s wohl
      allen Müt­tern. Ich bin sicher, sie kann Dir ver­trauen.

  • Tatjana

    Dein Text ist ein­fach toll. Zufällig bin ich darauf gestoßen, als ich bei google “Ams­terdam alleine reisen” ein­ge­geben habe. Diesen Sommer war ich auch das erste mal ganz alleine an der Nordsee und dieses Gefühl war so unbe­schreib­lich, dass ich das unbe­dingt im nächsten Sommer wie­der­holen möchte. Dein Text trifft genau in mein Herz und ich kann mich damit total iden­ti­fi­zieren. Es ist toll, zu sehen, dass andere genauso denken und fühlen, wie man selbst. Alles Liebe, Tat­jana

    • Susanne

      Liebe Tat­jana, vielen Dank! Dann bleibt mir nicht viel mehr, als Dir noch viele, viele wun­der­volle Reisen zu wün­schen, ob in Beglei­tung oder allein.

  • Sonja

    so eine schöne Geschichte! Macht gerade Lust auf mehr 🙂 Ich werde mich dieses Jahr auch end­lich trauen, end­lich alleine los­zu­ziehen, zumin­dest teil­weise. Es gibt so viele Gründe, es nicht zu tun — aber schluss­end­lich wird man beim Ver­lassen der Kom­fort­zone immer belohnt und erlebt Dinge, die man sich nie gedacht hätte.

    • Susanne

      Liebe Sonja,
      vielen Dank. Ja und Amen. Hab keine Angst, das ist alles wirk­lich über­haupt kein Hexen­werk. Ich wün­sche Dir viel Spaß!

  • Linda Rauchmeir

    hal­lö­chen 🙂
    echt toll geschrie­bener text und genau auf den punkt getroffen! Habe richtig mit­ge­fühlt beim lesen, bin nun seit einem jahr alleine am reisen durch ame­rika (haupt­säch­lich cen­tral und süd) und angst hatte ich kein biss­chen, wie du sagst die neu­gier und ent­de­ckungs­lust ist was antreibt!
    freue mich mehr von dir zu lesen und fange auch gerade selbst an einen blog über meine erleb­nisse zu schreiben 🙂
    liebe grüsse
    Linda

    • Susanne

      Hallo Linda,
      vielen Dank, das freut mich. Mach das unbe­dingt, das mit dem Blog — und gute Reise wei­terhin!

  • Melanie

    Hey Susanne 🙂

    Ich bin auf deinen Blog gestoßen als ich auf der Suche war nach “Tipps wenn man alleine reist”. 😀
    Ich fliege am Wochen­ende alleine für 4 Tage nach London. Hab mir zum ersten Mal ein Hostel gebucht und bin mitt­ler­weile doch etwas auf­ge­regt. Ich komme mitten in der Nacht am Flug­hafen an und fahre dann mit dem Bus in die Stadt wo ich dann noch 10 min zum Hostel laufen muss.. im Dun­keln. Aber ich glaube der Trip wird mir eine Menge schenken — an Erfah­rungen, Zuver­sicht und Selbst­be­wusst­sein.
    Danke, dass du deine Erfah­rungen hier so toll geschrieben hast!

    Liebste Grüße
    Melanie

    • Susanne

      Liebe Melanie,
      danke für Deinen Kom­mentar, ich freu mich riesig, wenn der Bei­trag Dich in Deinem Beschluss gestärkt hat! Mir scheint, Du bist schon bes­tens vor­be­reitet und hast Dich gut infor­miert. Da kann ja kaum was schief gehen. Im Not­fall, falls Du Dich sehr unwohl fühlst, gibt’s für die Strecke zum Hostel sicher auch ein Taxi. Ich wün­sche Dir auf alle Fälle ganz viel Spaß in London!

  • Bianca

    Danke für Deine Zeilen! Beson­ders gefällt mir der Teil, dass alleine reisen etwas mit Selb­stän­dig­keit und Unab­hän­gig­keit zu tun hat. Genau so ist es auch! Als ich mich dazu ent­schied, eine Aus­zeit von meinem zu nehmen, bin ich drei Monate allein durch Bra­si­lien gereist. Und dabei habe ich genau das gemacht: meine Träume ver­wirk­licht. Das hätte mit jemandem zusammen so nie funk­tio­niert, da meine Inter­essen ein­fach enorm viel­fältig sind. Diese Reise prägte mich sehr und seitdem bin ich sehr oft allein unter­wegs — nicht nur auf Reisen, son­dern auch ein­fach mal am Tag auf einer Wan­de­rung. Mitt­ler­weile brauche ich das wie die Luft zum Atmen 😃

    • Susanne

      Liebe Bianca, Danke für Deine Rück­mel­dung! Inter­es­sante Ent­wick­lung. Ich halte das auch für wert­voll, Zeit allein zu ver­bringen. Mit Glück stellt man so früher oder später fest, dass vieles von dem, was die meisten sich allein nicht vor­stellen können, eigent­lich gar nicht schlimm ist – eine Wan­de­rung, wie Du sagst, oder ins Kino gehen. Im Gegen­teil! Am Ende ist jeder anders und wenn jemand fest­stellt, dass das Allein­sein ein­fach nichts für ihn ist, dann muss man das auch respek­tieren. Aber vielen Men­schen täte immerhin ein Ver­such ganz gut, glaube ich.

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Hi! Ich bin Susanne. Journalistin und Reisende. Ich liebe und schreibe Geschichten vom Reisen (auch allein!) und Auswandern. Warum? Hier erfährst du mehr. (Foto: © André Schade)

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Cover - "Willkommen! Blogger schreiben für Flüchtlinge", ISBN















Im Handel: „Willkommen! Blogger schreiben für Flüchtlinge“ versammelt 54 Online-Beiträge, auch ein Text dieses Blogs ist dabei (Klick aufs Bild). Einnahmen werden der Flüchtlingshilfe gespendet.