Inspiration

Allein reisen: Was Solo-Trips so wert­voll macht

19. Mai 2015
Allein reisen ist wertvoll

Zuletzt aktua­li­siert am 21. April 2020 um 17:17

Allein reisen? Was mir früher eine Hei­den­angst ein­jagte, erfüllt mich heute mit krib­be­liger Vor­freude. Diese Geschichte erzählt, wie ich – obwohl schüch­tern – zur Solo-Rei­senden aus Über­zeu­gung wurde – und warum Mut nichts damit zu tun hatte. Im Anschluss: Allein reisen: Ja! Glo­ri­zi­fi­zie­rung: Nein. Kri­ti­sche Gedanken zu einer gehypten Rei­seart und meine fünf besten Tipps für Allein­rei­sende, die auch mir geholfen haben.


Allein reisen: (m)eine Geschichte

Im ICE, zwei Stunden vor der Ankunft, sprang mir das Bild noch einmal schmerz­haft deut­lich vor Augen: ein volles Restau­rant, überall Pär­chen. Nur der Kat­zen­tisch vorm Klo ist frei geblieben. Da sitze ich und sto­chere im Essen herum und fühle mich wie der ein­samste Mensch auf der Welt.

Solo unter­wegs: Das erste Ziel hieß Ams­terdam

Ich ver­suchte, mich abzu­lenken. Draußen zogen Post­kar­ten­mo­tive vor­über. Ein paar Raps­felder, Kuh­weiden und Wind­mühlen später war das flaue Gefühl im Magen immer noch nicht weg.

Vier Tage wollte ich in Ams­terdam ver­bringen, keine große Sache eigent­lich. Aber zum ersten Mal reiste ich nur um des Rei­sens willen allein – und nicht etwa aus beruf­li­chen Gründen oder um jemanden zu besu­chen. „Was, wenn das alles ganz furchtbar wird?“, hatte ich unent­wegt gedacht. Und mich trotzdem auf den Weg gemacht.

Damals, vor drei Jahren, hatte ich Lie­bes­kummer und mit­ten­drin eine Woche Urlaub. Ich hatte Fernweh, aber nie­manden, der mit­kommen konnte oder wollte. Ein Glücks­fall! Denn in dieser Lage begriff ich etwas Wich­tiges: Wenn ich immer erst warte, bis jemand mich begleitet, dann komme ich zu nichts. Dann ist das Hoch­verrat an den Träumen, die ich mir erfüllen will in diesem Leben. Wun­der­voll, wenn ein lieber Mensch daran teil­haben möchte. Aber wenn nicht, dann mache ich sie allein wahr. Dann reise ich eben allein.

 Schüch­tern? Alleine reisen ist nicht unbe­dingt eine Frage des Mutes

Nach diesem Trip – Es war schön allein in Ams­terdam!– wurde ich Allein­rei­sende aus Über­zeu­gung. Statt Bedenken habe ich seitdem immer krib­be­lige Vor­freude im Gepäck. Nach Vancouver, nach Mexiko, nach Maui, nach Singapur, nach Thai­land und nach Spa­nien habe ich sie inzwi­schen mit­ge­nommen. Und mit jeder Reise wird sie noch ein biss­chen größer.

Du bist ja mutig“, sagen Freunde und Kol­legen, die wissen, dass ich eher schüch­tern bin. Und Leute, die mich eigent­lich kaum kennen. „Mutig“ ist das Nummer-Eins-Eti­kett für Frauen, die allein reisen. Eine Freundin – ich habe sie in Singapur kennen gelernt – wird eben­falls regel­mäßig mit ihm ver­sehen. „Ich bin nicht mutig. Nur selbst­ständig und unab­hängig“, sagt sie, und das trifft, glaube ich, auf alle Solo-Rei­senden zu: Nicht Mut treibt sie an, son­dern Neu­gier, Erleb­nis­hunger, der Wunsch, den eigenen Hori­zont zu erwei­tern. Viel­leicht aber auch ein ganz anderer indi­vi­du­eller Beweg­grund. Wer allein reist, hat irgend­wann in sich hin­ein­ge­hört und sich gefragt, was er selbst wirk­lich will. Und dann hat er auf sich gehört.

Zwei Alleinreisende genießen zusammen Cocktails in Singapur

Allein reisen, tolle Leute treffen und mit denen dann Cock­tails auf dem Marina Bay Sands Hotel in Singapur trinken

Meine Angst, mich unter­wegs einsam zu fühlen, hab ich längst im hohen Bogen auf den Müll geschmissen. So über­flüssig ist sie. Wenn man auf Reisen nicht für sich bleiben will, dann muss man es auch nicht. Denn es ist wohl nir­gends leichter, Leute kennen zu lernen als an Orten, an denen sich Rei­sende auf­halten. Rei­sende, die in der Regel offen sind und ebenso daran inter­es­siert, Anschluss zu finden. In fünf Wochen Back­packing habe ich nicht einen ein­zigen Tag kom­plett allein ver­bracht. Fast immer habe ich in Hos­tels – in sol­chen fernab vom Kli­schee der Par­ty­hoch­burg für Schul­ab­gänger – Leute auf meiner Wel­len­länge getroffen. Mit vielen bin ich in Kon­takt geblieben.

 Allein­reisen heißt nicht einsam sein

Oft hilft auch der Zufall: Auf Koh Phi Phi wollte ich mir kurz nach meiner Ankunft das Dorf ansehen, als es kräftig zu regnen begann. Unter dem nächst­besten Vor­dach standen zwei Frauen. Sie rückten für mich etwas zusammen, ich stellte mich zu ihnen. Schnell kam ich mit Marion und Celine, den beiden Schwes­tern aus Frank­reich, eine wit­ziger als die andere, ins Gespräch. Und als der Regen nicht mehr ganz so heftig auf das Blech­dach trom­melte, ver­ab­re­deten wir uns für später zum Essen beim Inder.

Danach lief ich durch Koh Phi Phi, mit einem Lächeln im Gesicht und einem Gedanken: „Von wegen Kat­zen­tisch. Von wegen einsam.“

***


Allein reisen: Du musst deine eigenen Erfah­rungen machen

Fol­gendes ist grund­le­gend: Dass deine Solo-Reise dir supergut gefällt und dir die Art des Rei­sens zusagt, kann dir nie­mand garan­tieren. Es hängt von den Orten ab, die du besuchst, von den Leuten, die du triffst und sicher auch davon, ob du sehr schüch­tern bist und grund­sätz­lich gut allein sein kannst oder nicht. Ich per­sön­lich hatte auf all meinen Solo-Reisen in vie­lerlei Hin­sicht großes Glück: Mir ist nie etwas pas­siert, ich habe unheim­lich viele nette Menschen auf meiner Wel­len­länge kennen gelernt und mich nie einsam gefühlt. So war das Allein­reisen für mich als Erfah­rung enorm wert­voll, ein regel­rechter Befreiuungs­schlag. Es hat mein Selbst­ver­trauen gestärkt und mich so in meiner per­sön­li­chen Ent­wick­lung unheim­lich vor­wärts gebracht.

Womög­lich ist so viel Glück aber nicht jedem ver­gönnt. Des­halb ist es wichtig, auch auf die Kehr­seite der Medaille ein­zu­gehen und das Allein­reisen nicht unkom­men­tiert zu glo­ri­fi­zieren. Jede:r Rei­sende muss seine oder ihre eigenen Erfah­rungen machen (die dann aber, egal ob positiv oder negativ, wert­voll für das wei­tere Leben sind).

Allein reisen: Abschiedszettel einer Reisebekanntschaft

Nach Bangkok bin ich allein gereist – und habe dort schnell zwei andere Allein­rei­sende kennen gelernt

Über die Vor­teile und Nach­teile des Allein­rei­sens haben auch fol­gende Autorinnen auf ihrem Blog geschrieben:

Solo unter­wegs: 5 Tipps für Allein­rei­sende

Ich kann mich Julia nur anschließen. Mir geht es vor allem darum, dass jemand, der vom Reisen träumt, nicht zu Hause ver­sauert, nur weil sich keine Beglei­tung findet.

Meine erste Solo-Reise ist mitt­ler­weile ein paar Jahre her. An meine größten Bedenken und Hürden kann ich mich aber noch gut erin­nern. Hier kommen ein paar ein­fache Rat­schläge, die Allein­rei­senden helfen, sich wohler zu fühlen und die auch mich damals sehr moti­viert haben, über­haupt allein in die Welt zu ziehen.

Tipp 1: Lass dich von anderen Solo-Rei­senden inspi­rieren!

Bevor ich 2014 für ein Jahr allein mit einem Work-and-Travel-Visum nach Vancouver, Kanada ging, hatte ich natür­lich auch Bammel und Zweifel. Zwar war ich schon zwei Jahre zuvor zum ersten Mal allein auf­ge­bro­chen (zu eben­jenem Kurz­trip nach Ams­terdam), aber ein Jahr Kanada war natür­lich eine ganz andere Her­aus­for­de­rung. Um diesen Schritt zu gehen, musste ich meine Fest­an­stel­lung kün­digen und meine Woh­nung in Ham­burg-Altona unter­ver­mieten, ich musste aller­hand Orga­ni­sa­to­ri­sches erle­digen, Abschied von Freunden nehmen und vor allem: darauf ver­trauen, dass ich in einem fremden Land, in dem ich noch nie gewesen war und in dem ich keine Men­schen­seele kannte, gut allein zurecht­komme.

Sicher war auch damals schon meine Neu­gier der ent­schei­dende Moti­vator, aber hinzu kamen mut­ma­chende Erzäh­lungen haupt­säch­lich von anderen allein­rei­senden Frauen. Allen voran dieser Text von Jes­sica Wagener, die damals nach einer über­stan­denen Krebs­er­kran­kung allein um die Welt reiste. Die Autorin hat über ihre Welt­reise später auch ein Buch geschrieben. „Nar­ben­herz“ heißt es und ich habe es auch hier auf dem Blog vor­ge­stellt.

Tipp 2: Mach es dir nicht extra-schwer

Du musst nie­mandem etwas beweisen. Falls du lieber in Gesell­schaft bist, such dir als erstes Rei­se­ziel eines, in dem die Wahr­schein­lich­keit, Anschluss zu finden, hoch ist. Dazu eines, in dem du zusätz­lich nicht auch noch einen schlimmen Kul­tur­schock über­winden musst. Deine Reise muss nicht weit weg­führen und auch nicht sonstwie aus­ge­fallen sein. Alleine reisen als Frau in Europa oder in Deutsch­land ist als Erfah­rung in keinster Weise weniger wert­voll und für den Anfang sicher­lich ratsam.

Tipp 3: Ohne Beglei­tung ins Restau­rant? Beschäf­tige dich!

Immer wieder höre ich vor allem von Frauen, die gern allein reisen würden, dass sie furchtbar ungern ohne Beglei­tung ins Restau­rant gehen. Das scheint vielen wirk­lich große Bauch­schmerzen zu bereiten, und, ja, zu Beginn ist das sicher erst mal seltsam. Nimm dir ein­fach ein Buch oder eine Zeit­schrift mit, lies etwas auf deinem Smart­phone, schreibe eine Post­karte oder mach dir anderen Notizen, wäh­rend du auf das Essen war­test. Das kann dir helfen, dich nicht so fehl am Platz zu fühlen. Vor allem aber: Sei dir sicher, dass die anderen Gäste Bes­seres zu tun haben, als eine Allein­rei­sende zu bemit­leiden! Du könn­test auch in einem Restau­rant in deiner Hei­mat­stadt schon mal üben, bevor du in den Solo-Urlaub auf­brichst.

Tipp 4: Lerne andere Solo-Tra­veller kennen – im Hostel

Es ist nur allzu nahe­lie­gend, aber ich kann es nicht oft genug betonen: Hos­tels sind groß­artig, um andere Solo-Rei­sende kennen zu lernen. du magst nicht im Mehr­bett­zimmer mit fünf anderen Per­sonen näch­tigen? Kein Pro­blem, in vielen Hos­tels gibt es auch Ein­zel­zimmer, die kosten aller­dings ein biss­chen mehr und man muss sie in der Regel auch früher buchen, sonst sind sie weg.

Du willst alleine reisen als Frau über 50 (zum Bei­spiel) und hast Angst, dass du die Älteste im Hostel bist? Ver­giss es, die Zeiten sind lange vorbei. Auch mit Mitte 30 habe ich noch jedes Mal Leute in meinem Alter und deut­lich älter in Hos­tels kennen gelernt. Zugeben muss ich aber schon: Inzwi­schen wäre ein Hostel nicht mehr meine erste Wahl. Nichts­des­to­trotz halte ich sie für Einsteiger:innen für emp­feh­lens­wert.

Tipp 5: Anschluss finden auch ohne Hostel

Das kostet sicher­lich etwas Über­win­dung, vor allem wenn Du schüch­tern bist, kann sich aber lohnen. Du bist zum Bei­spiel am Abend allein unter­wegs und fühlst dich ein biss­chen ver­loren? Womög­lich gibt es ein Grüpp­chen von Frauen oder auch eine ein­zelne ver­trau­ens­er­we­ckende Person, die dir auf den ersten Blick sym­pa­thisch ist und der es ähn­lich zu gehen scheint. Sprich sie an, stell dich vor und erzähle offen, dass du allein reist. Ver­giss nicht, dass andere Allein­rei­sende eben­falls Anschluss suchen – die Chancen stehen gut, dass man dich in die Gruppe auf­nimmt oder ihr euch dann zusam­mentut.


Allein reisen, hast Du das schon gemacht? Oder hast du dich bis­lang noch nicht getraut? Oder ist es ganz ein­fach nichts für dich? Ich freue mich über Kom­men­tare.


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62 Comments
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Saskia
19. Mai 2015 17:50

JAWOLL! Toll geschrieben, und so wahr. Vor 4 Jahren bin ich auch alleine auf­ge­bro­chen. Nach Por­tugal. Keiner sonst hatte Zeit, keiner hatte Geld, keiner hatte Urlaub. Aber ich wollte weg! Also habe ich für Juli einen Gabel­flug nach Faro und zurück von Porto gebucht – und sonst nichts. Und gleich am ersten Abend hatte ich eine Hand­voll Leute an der Hand, Brian aus Cal­gary, einen netten Lon­doner, ein paar Fran­zö­sinnen, mit denen wir nur essen gehen wollten. Wir waren in 3 Bars, einem Club und haben uns viele por­tu­gie­si­sche Biere später den Son­nen­auf­gang vom Dach unseres Hos­tels ange­sehen! Viel alleine… Read more »

Jacky
6. Juni 2015 16:11
Reply to  Saskia

Wirk­lich ein super moti­vie­render Beitrag!vielen Dank dafür :) du spricht mir aus der Seele.

Martina
19. Mai 2015 18:49

Schön, dass auch Du Mut den­je­nigen zusprichst, die sich noch nicht trauen alleine zu reisen. Wer es einmal gewagt hat, selten davon wieder los­kommen! Schöne Geschichte von Dir.

Britta
20. Mai 2015 8:56

Ja, das stimmt alles!!!! Es hat 40 Jahre gedauert, bis ich genug Mut hatte, allein zu ver­reisen. Und ich hab ganz klein ange­fangen (zuerst Sylt ; -), dann Rom, New York, Vietnam…) Ich war nie einsam, habe Leute aus Aus­tra­lien, Russ­land, Schweden, USA.…. ken­nen­ge­lernt. Es waren immer tolle Begeg­nungen, die ich nie­mals ver­gessen werde. An alle, die sich nicht trauen: Macht es trotzdem! Es ist groß­artig. Auf eine Reise zu ver­zichten, nur weil nimand mit­kommt ist abso­luter Blöd­sinn. Ihr werdet nicht nur andere, son­dern auch Euch selbst besser ken­nen­lernen und mutiger werden und es ganz sicher nicht bereuen.

20. Mai 2015 13:55

Nach einem Aus­tausch­jahr in Car­diff weiß ich das Allein­reisen auch sehr zu schätzen. Und auch wenn man nicht auf Leute trifft, es ist sehr befreiend und ange­nehm, wenn man nach seiner eigenen Pfeife tanzen kann. Man lernt auch viel über sich. Dass man dafür dann auch mal mit­leidig ange­sehen wird, wenn man am Geburtstag alleine nach London fährt, weil man keine Lust auf Fei­er­lich­keiten mit Zweck­be­kannt­schaften (aka WG) hat, muss man dann ein­fach sto­isch hin­nehmen. Dafür dann: 3 Stunden durch ein Museum stromern und anschlie­ßend im son­nigen Park ein Sand­wich genießen. Geht doch! PS: Immer wieder schön zu lesen, dass… Read more »

Patrick
20. Mai 2015 21:45

Es ist toll, auf Solo-Reise alles nach den eigenen Vor­stel­lungen machen zu können, wäh­rend man nebenbei auch lernt, Ent­schei­dungen zu treffen. Einsam hab ich mich noch nie gefühlt, man bekommt in der Regel schneller Anschluss, als wenn man zu zweit oder zu dritt unter­wegs ist und wenn man will, ist im digi­talen Zeit­alter zu Hause eh nie weit weg. Ande­rer­seits ist es doch nicht das­selbe, als wenn ein guter oder der beste Kumpel dabei ist. Einen, mit dem man auf der selben Wel­len­länge schwebt, Witze reißen kann und die Dinge erlebt, die gute Freund­schaft von Bekannt­schaften unter­scheiden. Aber diesen jenigen… Read more »

Patrick
21. Mai 2015 23:06
Reply to  Susanne

Guter Punkt. Je älter man wird, desto mehr ist jeder ver­wur­zelt in Ver­pflich­tungen. Wenns dann doch mal passt, per­fekt! Für den anderen Fall haben wir zum Glück gelernt, dass das garan­tiert kein Grund ist, zu Hause zu bleiben.

5. Juni 2015 21:25

Hallo Susanne, toller Bei­trag. Aller­dings hast du geschrieben, das du noch nie alleine geblieben wärst — nicht­mals für einen Tag. Ich kann dir nur von Herzen emp­fehlen: Geh raus, in die Natur, abseits von allem. Ein­sam­keit hat etwas unglaub­lich ange­nehmes, man könnte fast schon sagen rei­ni­gendes. Ich war z.B. im März einen Tag alleine auf einer Insel — und ich meine wirk­lich alleine. Unge­plant, ich gebe es zu: Ich bin Segler und mir war der Wind für mein Boot zu stark, also bin ich geblieben. Davor und danach hatte ich aber auch meh­rere Tage nur gaaanz kurze Kon­takte, im Sinne… Read more »

Angelika
6. Juni 2015 6:44

Ich kann teil­weise zustimmen :) Vor fünf Jahren war ich das erste Mal auf Reisen, alleine. Ich hatte ein­fach genug davon, mich immer in den Ferien beugen zu müssen und nicht die Dinge unter­nehmen zu können, die ich gerne wollte. Leider sind meine Inter­essen total ver­schieden zu denen von meinen Freunden. Also hiess es im Jahre 2010 ab nach Ägypten, alleine :) Ich wurde von wirk­lich allen schweps ange­schaut und es kam immer die Frage: “Alleine? Nach Ägypten? Bist du wahn­sinnig, dass ist doch lang­weilig und als Frau doch so gefähr­lich!”. Non­sense, es waren mit Abstand die besten Ferien die… Read more »

Mona
6. Juni 2015 7:49

Dein Bei­trag macht mir zumin­dest ein biss­chen Mut, dass auch ich Gefallen am alleine Reisen finden werde. Ich will sehr viel von der Welt sehen und nutze daher Ende des Jahres einen aus­lau­fenden Ver­trag, für meh­rere Monate nach Asien/ Australien/Afrika zu fahren. Ich liebe Reisen und Back­packing aber ich bin eigent­lich nur sehr sehr ungern länger alleine. Aber wenn ich jetzt nicht gehe und auf andere warte, dann hab ich auch keine Chance alles das zu sehen, was mich raus treibt in die Welt. Ich hoffe, dass auch ich nicht allzu oft am allein am Kat­zen­tisch sitzen werde.

S.
9. Juni 2015 18:53

Nach den Kom­men­taren fühle ich mich mit meinen Erfah­rungen schon alleine. Das “alleine nach Asien” reisen war kein Pro­blem, da ich dort die Menschen kennen lernte, mit denen ich zusammen wohnte, und viele wei­tere. Aber bei einem spä­teren Kurz­trip nach Ams­terdam habe ich mich alleine sehr ängst­lich und einsam gefühlt. Warum dies so negativ war, weiß ich bis heute nicht. Ich teile das jetzt ein­fach mal, nicht um irgend­eine zu ent­mu­tigen, son­dern um zu zeigen, dass jede Reise und Erfah­rung unter­schied­lich sein kann und es wichtig ist, auf sich selbst zu hören.

S.
9. Juni 2015 20:42
Reply to  Susanne

Oh, danke für die liebe Ant­wort! Wenn man es so sieht, war die Reise wirk­lich sehr wichtig für mich und zu denken, dass ich stolz auf mich sein kann — obwohl oder grade wenn es anders und schwie­riger war als erwartet — fühlt sich grade sehr gut an.

7. Juli 2015 14:47

Hallo Susanne,

da hast du einen Tollen Artikel geschrieben und ich kann dir in allen Punkten nur zustimmen! Reise so weiter wie du es magst. Spon­ta­nität ist das gute beim Allei­ne­reisen, du kannst inner­halb von 5 Sekunden deine Pläne über Bord werfen und weiter ziehen! Das habe ich in all meinen Reisen gelernt und war dabei nur selten alleine!!

Liebe Grüße aus Süd­afrika
Jens

20. August 2015 7:24

Hallo Susanne, ein echt toller Artikel. Ich spiele auch schon seit län­gerem mit dem Gedanken eine grö­ßere Reise ins Aus­land alleine anzu­treten, weil es mitt­ler­weile echt schwierig geworden ist, jemanden zu finden der mit möchte und die Zeit hat. Fast jeder im Freun­des­kreis ist halt in einer festen Bezie­hung und die meisten haben nun auch Kinder. Vor zwei Wochen in Köln (gamescom :-D ) hatte ich die Mög­lich­keit (gezwun­ge­ner­maßen), das ich bei ein paar Events alleine unter­wegs sein konnte und ich muss sagen, das war total befreiend. Ich bin jemand, ich nehme immer Rück­sicht auf andere, was sie machen möchten… Read more »

13. Oktober 2015 8:36

Hey Susanne, eine schöne Geschichte. Brauchen mehr davon, sodass immer mehr Leute die Ent­schei­dung treffen es doch mal alleine zu pro­bieren, daran wachsen und offen­herzig in die Welt hinaus stürmen. Auch ich habe es gewagt und war restlos davon über­zeugt. EIn­fach herr­lich das Gefühl, dass man alles machen kann was man will — und nichts machen muss. Natür­lich gibt es auch die Momente der Ein­sam­keit, wo man zwei­felt, einen die Angst beherrscht und man nicht weiter weiß, aber die gehen vor­rüber, wenn man sich traut auf andere Leute zuzu­gehen. Meist sind es ja Gleich­ge­sinnte (man ist schließ­lich im selben Land,… Read more »

Tommy
4. Januar 2016 13:15

Danke das ermu­tigt mich ein Jahr alleine nach Kanada zu gehen

Bearnerdette
17. Januar 2016 14:51

Sehr schöner Bericht. Ich habe schon oft dar­über nach­ge­dacht, mal allein zu ver­reisen, den Schritt aber bisher nicht gewagt…

Viele Grüße
Bear­ner­dette

Christina
18. Januar 2016 19:09

Hallo alle zusammen, vielen Dank für diesen ermu­ti­genden Artikel. ich habe den Traum nach Indien zu reisen.. Und viele sagen, dass ich es lieber lassen soll! Zu gefähr­lich. Hier jemand zufällig Erfah­rung?

Christina
19. Januar 2016 20:33
Reply to  Susanne

Vielen Dank für diesen ganzen Input.… ???????? ein Zei­chen mehr das ich es wagen sollte????

Christina
19. Januar 2016 20:34
Reply to  Christina

.., dass ich es wagen sollte?

Dagmar
18. Januar 2016 19:22

hallo Susanne, genau so ist es — ich bin schon viel allein gereist und natür­lich schwingt auch immer ein bissl die Angst mit, zu viel allein zu sein, v.a. in Situa­tionen wie Krank­heit etc.. Was ich aber gelernt habe auf all diesen Reisen: es ist immer jemand da wenn Du wirk­lich Unter­stüt­zung brauchst (und hab schon einige “Kran­ken­sta­tionen” gesehn ;) ) und wenn Du mit Dir alleine sein magst, geht das auch gut. Und ich genieße es wirk­lich ein­fach nur mal mit mir allein zu sein und zu schauen was der Tag so bringt. So hab ich schon sehr viele… Read more »

3. April 2016 23:39

Hi Susanne,
Toller Artikel, kurz und kna­ckig. Ich bin über ze.tt darauf gestoßen (http://ze.tt/warum-ich-allein-reise-und-wieso-ich-ganz-klein-angefangen-habe/).
Schade dass nicht mehr Frauen den Mut haben, alleine zu reisen. Meis­tens trifft man doch nur Männer oder Frauen mit Mann. Von daher hoffe ich, dass noch viele Frauen deinen Artikel lesen!
LG
Sam

Theresa
30. April 2016 19:32

Liebe Susanne, Du hast mir mit diesem Text gerade so unglaub­lich viel Motiav­tion gegeben. Bei mir ist näm­lich genau der Fall ein­ge­treten, den du beschreibst: nie­mand will und kann mit mir mit, aber wenn ich die Reise auf­schiebe bis Person X kann, werde ich wohl nie dorthin, wo ich hin­will — dann, wann ich will. Näm­lich an meinem Geburtstag (der lus­ti­ger­weise genau am 19. Mai ist, an dem Tag du den Artikel ver­öf­fent­licht hast). Ich weiß, dass meine Ent­schei­dung bei vielen auf Ver­wun­de­rung stoßen wird — alleine reisen? Als FRAU? Geht nicht — zu gefähr­lich. Geht doch! Ein­fach weil ich… Read more »

Chiara
11. Oktober 2016 18:37

Hey Susanne, lieben Dank für den mut­ma­chenden Artikel! Ich denke, ich werde nun tat­säch­lich in den nächsten Ferien alleine nach London reisen, auch wenn meine Freundin leider ver­hin­dert ist. Ich bin 18 und noch nie alleine gereist und habe einige Ängste, da auch meine Mom in diesem Punkt sehr unsi­cher ist. Aber es ist an der Zeit für mich selbst zu ent­scheiden und ich freue mich schon extrem darauf!

30. Oktober 2016 10:41

Dein Text ist ein­fach toll. Zufällig bin ich darauf gestoßen, als ich bei google “Ams­terdam alleine reisen” ein­ge­geben habe. Diesen Sommer war ich auch das erste mal ganz alleine an der Nordsee und dieses Gefühl war so unbe­schreib­lich, dass ich das unbe­dingt im nächsten Sommer wie­der­holen möchte. Dein Text trifft genau in mein Herz und ich kann mich damit total iden­ti­fi­zieren. Es ist toll, zu sehen, dass andere genauso denken und fühlen, wie man selbst. Alles Liebe, Tat­jana

8. März 2017 7:52

so eine schöne Geschichte! Macht gerade Lust auf mehr :) Ich werde mich dieses Jahr auch end­lich trauen, end­lich alleine los­zu­ziehen, zumin­dest teil­weise. Es gibt so viele Gründe, es nicht zu tun — aber schluss­end­lich wird man beim Ver­lassen der Kom­fort­zone immer belohnt und erlebt Dinge, die man sich nie gedacht hätte.

12. Mai 2017 19:17

hal­lö­chen :)
echt toll geschrie­bener text und genau auf den punkt getroffen! Habe richtig mit­ge­fühlt beim lesen, bin nun seit einem jahr alleine am reisen durch ame­rika (haupt­säch­lich cen­tral und süd) und angst hatte ich kein biss­chen, wie du sagst die neu­gier und ent­de­ckungs­lust ist was antreibt!
freue mich mehr von dir zu lesen und fange auch gerade selbst an einen blog über meine erleb­nisse zu schreiben :)
liebe grüsse
Linda

Melanie
14. September 2017 11:51

Hey Susanne :) Ich bin auf deinen Blog gestoßen als ich auf der Suche war nach “Tipps wenn man alleine reist”. :D Ich fliege am Wochen­ende alleine für 4 Tage nach London. Hab mir zum ersten Mal ein Hostel gebucht und bin mitt­ler­weile doch etwas auf­ge­regt. Ich komme mitten in der Nacht am Flug­hafen an und fahre dann mit dem Bus in die Stadt wo ich dann noch 10 min zum Hostel laufen muss.. im Dun­keln. Aber ich glaube der Trip wird mir eine Menge schenken — an Erfah­rungen, Zuver­sicht und Selbst­be­wusst­sein. Danke, dass du deine Erfah­rungen hier so toll… Read more »

8. Februar 2018 20:13

Danke für Deine Zeilen! Beson­ders gefällt mir der Teil, dass alleine reisen etwas mit Selb­stän­dig­keit und Unab­hän­gig­keit zu tun hat. Genau so ist es auch! Als ich mich dazu ent­schied, eine Aus­zeit von meinem zu nehmen, bin ich drei Monate allein durch Bra­si­lien gereist. Und dabei habe ich genau das gemacht: meine Träume ver­wirk­licht. Das hätte mit jemandem zusammen so nie funk­tio­niert, da meine Inter­essen ein­fach enorm viel­fältig sind. Diese Reise prägte mich sehr und seitdem bin ich sehr oft allein unter­wegs — nicht nur auf Reisen, son­dern auch ein­fach mal am Tag auf einer Wan­de­rung. Mitt­ler­weile brauche ich das… Read more »

Metzger
6. April 2018 7:08

Es so schön alleine zu reisen.
Ich sitze stun­den­lang und schaue mir Leute an, die Umge­bungen die. Mit 17Jahren habe ich ange­fangen. Jetzt bin ich 72 und habe viel erlebt. Erich

13. Februar 2019 12:21

Du sprichst mir aus der Reise-Seele!