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Lies, schau, hör – und reise!

Autorin
Mut zum Reisen

Manche Sätze und Bilder sind so eindringlich und kraftvoll, dass sie nicht nur unbändiges Fernweh wecken, sondern auch den letzten Zweifel in die Wüste schicken. Hier stelle ich ein paar Fundstücke vor, die große Lust aufs Reisen machen – und Mut zum Durchziehen noch dazu.


Der mit Abstand beliebteste Beitrag dieses Blogs heißt „Über das Alleinreisen“. Er handelt davon, wie ich zur Solo-Reisenden aus Überzeugung wurde. Auf keinen anderen Artikel habe ich so viel Resonanz bekommen, bis heute schreiben mir liebe Menschen in Kommentaren und privaten Nachrichten, der Text habe ihnen Mut gemacht.

Über jede einzelne Nachricht freue ich mich wie Bolle, denn eines der Ziele, die ich mit meinem kleinen Blog verfolge, ist es, ein bisschen dazu beizutragen, dass LeserInnen ihn entschlossener wahr machen, ihren Traum vom Reisen.

Die Reaktionen zeigen mir aber auch, dass es einen Bedarf an Geschichten gibt, in denen Reisende authentisch von ihrer Motivation und ihren Erfahrungen erzählen. Darum möchte ich hier Beiträge teilen, die mich inspiriert haben und von denen ich glaube, dass sie anderen ebenso viel Lust und Mut zum Reisen machen können. Einige der Fundstücke sind schon älter – es geht mir nicht um Aktualität, sondern um Echtheit und Tiefe. Hier kommt sie also, meine erste kleine Linkschau:

 

Das Problem mit der Sicherheit (Es gibt keine!)

Kein Geld. Die Karriere. Die Beziehung. Es gibt unzählige Gründe, warum Menschen ihre Reiseträume lieber auf später verschieben. Wie schnell aus „später“ „zu spät“ werden kann und wie fahrlässig es deshalb ist, seine Herzenswünsche immer hintenan zu stellen, macht Jessica B. Wagener mit ihrem Text „Courage“ deutlich: Die Sicherheit, die wir zu riskieren glauben, gibt es nicht.

„Es gibt keine Sicherheit. Nicht finanziell, nicht gesundheitlich, nicht emotional. Sie ist eine Illusion. Eine, die wir brauchen, damit wir unser Leben strukturiert führen können. Aber eben eine Illusion.“

Jessica hat das am eigenen Leib erfahren: Als sie ihren Entschluss fasste, die Welt zu sehen, kämpfte sie gerade gegen eine Krebserkrankung. Auf ihrem Blog hat die Autorin ihre Beweggründe und ihre Reise festgehalten. Jeder einzelne ihrer bildgewaltigen Texte ist lesenswert, so auch gleich der erste mit dem Namen „Warum“.

Ihre Geschichte gibt es übrigens auch als Buch. „Narbenherz“* heißt es, ich habe es hier auf dem Blog schon einmal vorgestellt.

 

Die Freiheit, die Kraft, die Erkenntnis

Menschen reisen aus den unterschiedlichsten Gründen allein. Hier nennt eine Autorin names Lena ihre ganz persönlichen. Mit vielen ihrer Gedanken kann ich mich identifizieren, vor allem mit diesem:

„Ich merke immer wieder, dass ich Dinge, Aufgaben, Situationen alleine bewältigen kann, dass es dafür niemanden braucht, und es stellt sich ein Gefühl großer Stärke und Kraft ein. Und das hält noch sehr lange vor.“

Auch ich zehre jedes Mal lange von dem guten Gefühl, allein zurechtgekommen zu sein. Lenas Text ermutigt dazu, einmal abzuklopfen, was für einen selbst gilt – was man selbst wohl aus einer Solo-Reise zieht oder ziehen könnte.

 

Die Veränderung

Reisen verändert. Mitunter auch äußerlich.

Das hier ist Andy. Er ist auf dem „Pacific Crest Trail“ mehr als 2600 Meilen von Mexiko nach Kanada gewandert. Dabei nahm der Texaner 23 Kilo ab. Nach jeder Meile machte er ein Selfie, die Fotos schnitt er später zu diesem zauberhaften Video zusammen, das ich auch schon einmal auf meiner Facebook-Seite geteilt habe.

Blickt Andy anfangs noch leicht unsicher in die Kamera, wird er im Laufe des Videos zu einem immer entschlossener wirkenden Mann, den so schnell nichts mehr umzuhauen scheint. Die Aufnahmen im Zeitraffer dokumentieren nicht nur Andys erstaunliche Wandlung. Im Hintergrund entwickelt sich auch die Landschaft von karger Steppe zu dicht bewachsenem Nadelwald.

 

Das Abenteuer

Die Zwillinge Paul und Hansen Hoepner haben vor einigen Jahren schon einmal Aufsehen erregt, als sie mit dem Fahrrad von Berlin nach Shanghai fuhren*. Inzwischen sind sie von einer weiteren große Reise zurückgekehrt. Ihr erklärtes Ziel diesmal: in 80 Tagen um die Welt ohne Geld*.

Nun ist so eine Art zu reisen absolut nicht jedermanns Sache und Anspruch. Aber der Grundgedanke, der die Brüder bei ihren Trips immer begleitet, ist einer, dessen Reiz auch ich mich schwer entziehen kann. In einem Radiointerview erklärt Paul ihn gleich eingangs:

„Meine Definition von Abenteuer: etwas machen, von dem man eigentlich nicht so genau weiß, wie es ausgeht.“

Klar, dieser Zustand kann beängstigend sein. Aber wer sich auf eine längere Reise begibt, weiß, wie sehr man das Kontrastprogramm zum Alltagstrott genießen kann.


 

Und welche Bücher, Videos, Artikel etc. haben dich besonders inspiriert? Erzähl mir davon!

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Kommentare

3
  • Corinna

    Das Video ist tatsächlich beeindruckend. Man sieht, wie er sich verändert. Sein Gesicht wird immer schmaler, entschlossener und vom Wetter gegerbt. Scheinbar hat er auch immer wieder nette Menschen kennen gelernt, die mit auf die Fotos kamen. Das ist ein weiterer großer Vorteil vom Alleinreisen: Man kommt schneller mit anderen Menschen in Kontakt. Wer zu zweit reist, dem genügt in der Regel die Begleitung.

    • Susanne

      Hallo Corinna,
      freut mich, dass es Dir auch so gefällt – ich könnt’s mir auch immer wieder anschauen. Noch dazu gefällt mir das Lied. Stimmt, was Du zum Alleinreisen schreibst. Wahrscheinlich kommt man bei so einer außergewöhnlichen Wanderung auch recht leicht ins Gespräch. Liebe Grüße!

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