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Lesen, schauen, hören – reisen! (2)

Autorin
Link-Tipps, unter anderem: Gisela on the Road

Zwei Bücher und eine TV-Doku: Hier stelle ich ein paar Fund­stücke vor, die von inspi­rie­renden Menschen und ihren Erfah­rungen han­deln und Lust aufs Reisen machen. Diesmal mit dabei: Eine rei­zende 75-Jäh­rige, die die Welt mit ihrem Wohn­mobil ent­deckt.


Eine Link- und Buch­tipp-Samm­lung wie diese hat es schon einmal auf dem Blog gegeben. Damals rich­teten sich die Emp­feh­lungen vor allem an Allein­rei­sende und alle, die es werden wollen (und sich aus ver­schie­denen Gründen nicht trauen). Der Schwer­punkt diesmal: Reisen und dabei Grenzen über­winden – gefühlte, reale, kör­per­liche, men­tale. Wie beim letzten Mal erhebe ich mit den hier vor­ge­stellten Fund­stü­cken kei­nerlei Anspruch auf Aktua­lität.

Gisela on the Road: Mit 75 unter­wegs im Wohn­mobil

Die preis­ge­krönte WDR-Doku-Reihe „Menschen hautnah“ zu schauen, lohnt sich gene­rell. Mit der Folge „Gisela on the Road“ ist den Machern wieder ein ganz beson­ders inspi­rie­render Bei­trag gelungen. Giselas Geschichte beweist: Für Neu­an­fänge ist es nie zu spät, und vieles von dem, was uns aus­bremst, exis­tiert vor allem in unserem Kopf. (Oder, wie Gisela es for­mu­liert: „Es ist ein Obst­pro­blem. Hängt voll in der Birne!“)

Obwohl sie jah­re­lang an einer Auto­im­mun­erkran­kung litt und bett­lä­gerig war, ließ sie im Alter von 68 Jahren ihr altes Leben hinter sich, gab ihren Wohn­sitz auf und reist seitdem im Wohn­mobil durch Europa und Marokko. Zuvor hatte sie kon­se­quent ihre Ernä­rung umge­stellt und täg­lich Sport getrieben. Gisela ist sicher: Hätte sie sich damals auf die Ein­schät­zung ihrer Ärzte ver­lassen und sie hin­ge­nommen, wäre sie heute im Pfle­ge­heim.

 Dieses Video wird von You­tube ein­ge­bettet. Sehen Sie es hier an, wird Ihre IP-Adresse an den Betreiber des Por­tals gesendet. Siehe Daten­schutz­er­klä­rung.  

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Belarus: Wo die Babuschka regiert

Über Weiß­russ­land wusste ich nicht viel, bis mir Nadine Las­huks Buch „Lie­bes­grüße aus Minsk: Wo die Babuschka regiert und Heringe Pelz­mäntel tragen“ in die Hände fiel. Als erstes lernte ich: Der offi­zi­elle Name lautet „Rebu­blik Belarus“ und Bela­russen ist es wichtig, dass ihr Land nicht „Weiß­russ­land“ genannt wird.

Die Geschichte: Nadine geht mit Anfang 20 für ein Prak­tikum bei der EU-Kom­mis­sion in die bela­rus­si­sche Haupt­stadt Minsk.

Der Auf­ent­halt in der „letzten Dik­tatur Europas“, flößt ihr einigen Respekt ein. Doch als sie sich in einen Bela­russen ver­liebt, ist sie fortan fest mit dem kleinen Land zwi­schen Polen und Russ­land ver­bunden.

Humor­voll erzählt sie von Land und Leuten, von Kli­ni­kien, in denen es ruppig zugeht und von ihrer Schwie­ger­mutter, die sich in bedenk­li­chem Maße in ihre Kin­der­er­zie­hung ein­mischt und gleich­zeitig wun­derbar herz­lich ist. Sie lernt, dass ein Fest ohne Wodka kein Fest ist (und emp­fiehlt ihrem Vater Wochen vor seinem Besuch in Minsk, seine Trink­fes­tig­keit zu trai­nieren). Und sie tastet sich an die bela­rus­si­sche Küche heran. Das Buch ent­hält übri­gens viele Rezepte. (Die sind aber, wen wundert’s, nichts für Veganer). Witzig, infor­mativ und im besten Sinne kurz­weilig!

 

Mit 220 Thai-Mön­chen zu Fuß durch Indien und Nepal

2016 war ich selbst zum ersten Mal in Indien und habe einige bud­dhis­ti­sche Pil­ger­stätten besucht. Und schon bald reise ich zum ersten Mal nach Nepal, das Geburts­land Bud­dhas. Klar, dass mich „Sid­dharta Highway“ von Misha G. Schoe­n­e­berg gereizt hat.

Ich wurde nicht ent­täuscht. Der Autor erzählt von einer ein­ma­ligen, irren, anstren­genden Reise: Gemeinsam mit 220 Thai-Mön­chen ist er auf dem Buddha Walk 1500 Kilo­meter zu Fuß durch Indien und Nepal gelaufen – eine kör­per­liche und psy­chi­sche Her­aus­for­de­rung, die ihn meh­rere Kilos und Nerven gkostet hat. Und der er – das ist das Beste an diesem fan­tas­ti­schen Buch – an vielen Stellen mit Humor begegnet.

Die Her­aus­for­de­rung beginnt schon vor dem Marsch: Wie über­wäl­ti­gend allein indi­sche Groß­städte mit ihrem Lärm und ihrem Chaos sind, weiß er tref­fend und ohne Beschö­ni­gungen zu beschreiben:

Warum das neue Indien nun Kolkata schreibt anstatt Kali­kata bleibt für mich ein indi­sches Geheimnis, eines der eher kleinen zu ver­nach­läs­si­genden im Ver­gleich zu den vielen großen Geheim­nissen Indiens, wie zum Bei­spiel das, warum nun gerade an dem Taxi­stand, zu dem ich gehe, neben der geord­neten Reihe War­tender ein Kol­lege mit her­un­ter­ge­las­sener Hose hockt und vor sein Auto kackt.

Es ist Indien!“, wird zum geflü­gelten Wort. Und wäh­rend der Autor später mit 220 Mön­chen aus ihm unver­ständ­li­chen Gründen auf der Auto­bahn ent­lang­läuft, obwohl es doch direkt daneben einen Weg ohne viel Ver­kehr gibt, kommt er zu fol­gender Beob­ach­tung: „Für Mönche gilt: Nie­mals rennen! Das Credo eines indi­schen Tru­ckers heißt: Gebremst wird nicht! Das ist ein inter­es­santer Inter­es­sen­kon­flikt. Ich mag kaum hin­sehen.“

Am Ende hat er viel über sich und über den Bud­dhismus gelernt und neue Freunde gefunden. Am Ende hat sich die Anstren­gung, wie so oft, gelohnt.

***


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Wow, was für eine bewun­derns­werte Frau, fit wie ein Turn­schuh! Manche Leute denken dass das Leben vorbei ist wenn sie in rente gehen, in meinen Augen fängt es erst richtig an! Sehr mutig von ihr.

Freue mich auf wei­tere Bei­träge,

LG aus Berlin

Lore­dana

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Hi, ich bin Susanne, Journalistin und Reisende. Ich liebe Geschichten vom Reisen und Auswandern (auch allein!). Mehr über mich erfährst Du hier. (Foto: © André Schade)

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