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Lesen, schauen, hören – reisen! (3)

Autorin
Netflix-Tipp zum Thema Reisen

Die Fund­stücke, die ich hier emp­fehle, haben eines gemeinsam: Sie sind zur­zeit alle bei Net­flix ver­fügbar. Mit dabei: japa­ni­sche Sin­gles auf der Suche nach Liebe und ein Mann, der mir seit Jahren ver­läss­lich Lach­tränen in die Augen treibt.


Hin und wieder stelle ich Links zu Arti­keln, Büchern, Pod­casts oder Videos rund ums Reisen vor, mal machen sie Mut zum Auf­bre­chen, mal erzählen sie von inspi­rie­renden Men­schen, die Grenzen über­wunden haben. Diesmal aller­dings hat meine Aus­wahl keinen beson­deren Fokus. Das Ein­zige, was diese vier Doku-For­mate ver­bindet, ist, dass sie zum aktu­ellen euro­päi­schen Angebot von Net­flix zählen. Drei der vier haben schon einige Jahre auf dem Buckel – gut mög­lich, dass Ihr sie bereits kennt.

Net­flix-Tipp 1: „An Idiot Abroad“

Beginnen wir mit einem der lus­tigsten Männer im Fern­sehen. „An Idiot Abroad“, hier­zu­lande unter dem Titel „Die wun­der­samen Reisen des Karl Pil­kington“ zu finden, lief erst­mals 2010 bis 2013 beim bri­ti­schen TV-Sender Sky 1 und wurde von den Come­dians Ricky Ger­vais und Steve Mer­chant pro­du­ziert. Die Haupt­figur der Reise-Doku – der namens­ge­bende „Idiot“ – ist ihr gemein­samer Freund Karl Pil­kington, ein Radio­pro­du­zent aus Man­chester. Folge für Folge schi­cken Ricky und Steve den kahl­köp­figen Briten um den Erd­ball und schauen ihm dabei zu, wie er Welt­wunder besucht, mit Ein­hei­mi­schen in Kon­takt tritt und Aben­teuer besteht.

Es gibt auf­ge­schlos­sene Rei­sende. Und es gibt Karl Pil­kington, der eigent­lich lieber zu Hause geblieben wäre. Karl hasst es, im Mit­tel­punkt zu stehen und neigt nicht gerade zur Euphorie. So erleben wir ihn meist nör­gelnd („I’m not happy with this.“) und maximal unbe­ein­druckt ange­sichts bedeu­tender Bau­werke oder sagen­hafter Natur. Seine urko­mi­schen Sicht­weisen fasst er lako­nisch wie kein Zweiter in Worte. An seinen nord­eng­li­schen Akzent muss man sich gewöhnen, trotzdem rate ich, die Serie im Ori­ginal (not­falls mit Unter­ti­teln) zu schauen. Bei Net­flix läuft die zweite Staffel, bei You­Tube gibt’s wei­tere Folgen.

 Videos werden von You­Tube ein­ge­bettet. Sehen Sie sie hier an, wird Ihre IP-Adresse an den Betreiber des Por­tals gesendet. Siehe Daten­schutz­er­klä­rung.  
Third Class An Idiot Abroad

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Net­flix-Tipp 2: „People of Tomorrow“

Ein abso­luter Zufalls­treffer. Die Doku „People of Tomorrow“ stammt aus dem Jahr 2014. Dreh- und Angel­punkt ist ein gigan­ti­sches Elektro-Musik­fes­tival namens Tomor­row­land, das jähr­lich in der bel­gi­schen Stadt Boom (Wie pas­send!) statt­findet. Es geht aber weniger um das Fes­tival als um seine Besu­cher: Die sechs Folgen der Doku sind berüh­rende Por­träts junger Men­schen aus Argen­ti­nien, Süd­afrika, dem Kosovo, Kenia, Sri Lanka, Schott­land, Bel­gien und Aus­tra­lien und geben Ein­blicke in ihr Leben in ihren Hei­mat­län­dern. Am meisten sind mir Mili und Lola, ein les­bi­sches Paar aus dem Kosovo, ans Herz gewachsen.

Bei Net­flix gibt’s natür­lich auch deut­sche und eng­li­sche Unter­titel (anders als hier in diesem Trailer).

People of Tomorrow (trailer)

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Net­flix-Tipp 3: „Love Bus – Reise durch Asien“

Viel­leicht ruft das Kopf­schüt­teln bei Euch hervor, aber diese japa­ni­sche Dating-Show hat’s mir angetan. Ich hab mir tapfer alle 22 Folgen mit Unter­ti­teln ange­sehen – eine deut­sche oder eng­li­sche Syn­chro­ni­sa­tion gibt es näm­lich nicht (wäre ja auch lang­weilig). In „Love Bus“ fahren sieben Sin­gles auf der Suche nach der wahren Liebe in einem pink­far­benen Bus durch ver­schie­dene Länder in Asien. Bei der Staffel, die jetzt bei Net­flix zu sehen ist, han­delt es sich um eine Neu­auf­lage: „Ainori“, so der Ori­gi­nal­titel der Show, war schon in den Jahren 1999 bis 2009 ein Quoten-Hit in Japan.

Es wim­melt nur so vor Wie­der­ho­lungen und Kli­schees, ständig blinken bunte Schrift­züge und Emojis auf dem Bild­schirm herum, und wäh­rend die Teil­nehmer sich auf ihrer Reise näher­kommen, kom­men­tiert ein eigent­li­ches über­flüs­siges vier­köp­figes Mode­ra­toren-Team alle paar Minuten die Gescheh­nisse. So sehr das alles auch nerven kann, als Ein­blick in die japa­ni­sche Fern­seh­kultur fand ich es span­nend. Und: Bei aller Sku­ril­lität ver­liert die Sen­dung ihre Teil­nehmer nicht aus den Augen, mit denen ich, ich geb’s zu, ein biss­chen mit­ge­fie­bert habe.

Ainori: Love Wagon | Main Trailer | Net­flix

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Net­flix-Tipp 4: „Black­fish“

Bis heute schäme ich mich zutiefst für meinen Besuch bei Sea­World in San Diego vor einigen Jahren. Dass ich damals für mein Ticket nichts gezahlt habe, weil ich gegen Vor­lage meines Pres­se­aus­weises freien Ein­tritt bekam, ändert daran nichts. Ich hatte mich vorher nicht aus­rei­chend mit der US-Frei­zeit­park-Kette beschäf­tigt.

Die drei in ein swim­ming­pool­großes Becken gepferchten, lethar­gi­schen Orcas, die ich dort sah, gingen mir nicht mehr aus dem Kopf. Erst später stieß ich auf die Doku „Black­fish“ aus dem Jahr 2013, die sich dem Schicksal der Mee­res­säuger bei Sea­World annimmt und klar macht, dass die Tiere nichts, aber auch gar nichts, in einem Ver­gnü­gungs­park ver­loren haben.

Sea­World hat infolge der mas­siven Kritik sein Orca-Zucht­pro­gramm ein­ge­stellt. Den ver­blie­benen 24 Walen in Gefan­gen­schaft wird keine wei­tere Gene­ra­tion folgen.

BLACKFISH | Trailer german deutsch [HD]

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Egal ob bei Net­flix oder anderswo: Hast Du noch einen TV-Tipp zum Thema Reisen? Schreib ihn mir gern in die Kom­men­tare!


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Hi, ich bin Susanne, Journalistin und Reisende. Ich liebe Geschichten vom Reisen und Auswandern (auch allein!). Mehr über mich erfährst Du hier. (Foto: © André Schade)

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