Geschichten

Zum erste Mal in „Incredible India“: Was mir von Indien bleibt

30. November 2016
Indien: Kuh und Mann in Varanasi

Zuletzt aktua­li­siert am 7. Dezember 2019 um 11:01

Von jeder Reise kehren wir voller Bilder und Ein­drücke zurück. Inter­es­sant ist, welche uns als erste ein­fallen, wenn wir zu Hause von der Zeit an jenem anderen Ort erzählen. Wenn ich an meine erste Reise nach Indien denke, kommen mir zuerst die fol­genden in den Sinn. (Auf Ein­la­dung*)


Denk ich an Indien, dann denke ich an …

Kühe. Ich komme ein­fach nicht umhin, sie als erstes zu erwähnen. Natür­lich kannte ich die Bilder aus Indien. Natür­lich wusste ich, dass die Tiere dort heilig und all­ge­gen­wärtig sind. Und trotzdem: Als ich zum ersten Mal in Indien war, hat es mich umge­hauen, wie selbst­ver­ständ­lich sie Teil allen öffent­li­chen Lebens sind.

Zum ersten Mal in Indien: Heilig ist die Kuh

Kühe also. Fette Kühe, klapp­rige Kühe. Ein­zeln und in der Herde, ange­bunden und frei, quer auf der Fahr­bahn lie­gend, längs am Mit­tel­streifen ste­hend. Es kommt vor, dass man sie in schmalen Gassen sachte am Hin­tern zur Seite schieben muss. Und sich fragt: Wie zur Hölle ist die Kuh dort hin­ge­kommen, bis zur oberste Stufe der steilen Treppe zum Tempel? Oder hoch auf diesen Balkon?

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Kühe in Indien — Best of
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Über­haupt: das Neben­ein­ander von Mensch und Tier. So selbst­ver­ständ­lich wie Kühe leben Was­ser­büffel, Affen, Wild­schweine, Ziegen und Hunde in den Städten. Und auch sie nimmt man besser als Ver­kehrs­teil­nehmer ernst.

Ver­kehr in Indien: aben­teu­er­lich

Alles, was man sonst über den Ver­kehr in Indien hört, ist wahr.

Ver­kehr in Vara­nasi, Indien
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Halb­fer­tige Geis­ter­häuser am Stra­ßen­rand, von denen viele zwar Wände und Stock­werke, aber weder Dächer noch Fas­saden haben. Sich anein­an­der­rei­hende Ver­kaufs­buden, in denen haar­genau die glei­chen Chips und Süßig­keiten hängen. Grell­bunte Shiva-Plas­tik­puppen unter kleinen Zelt­pa­vil­lons alle paar Kilo­meter. Mit blin­kenden Lich­ter­ketten zuge­hängte Tempel und über­steu­erte Hin­du­ge­sänge, die nebenan aus den Boxen quellen.

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Unver­gleich­liche Momente am Ganges in Vara­nasi, die ich bei meiner ersten Reise nach Indien erleben durfte. Die öffent­li­chen Toten­ver­bren­nungen am Manikar­nika Ghat, die mir kur­zer­hand die Sprache ver­schlugen. Ganga Aarti, das all­abend­liche reli­giöse Ritual am Ufer des hei­ligen Flusses mit Feuer und Rauch, Trom­meln und Gesang.

Müll. Und noch mehr Müll.

Die Gewiss­heit, dass auf jeder Ver­kehrs­insel jemand liegt oder sitzt, und ist dort noch so wenig Platz.

Kinder, die sich auf der Straße erleich­tern. (Erst kürz­lich habe ich gelesen: Im länd­li­chen Raum haben mehr als 65 Pro­zent der Bevöl­ke­rung keine Toi­lette und der Groß­teil der Inder möchte auch keine, aus Angst, ihr Zuhause würde durch sie ver­un­rei­nigt.)

Müll. Unmengen von Müll. An Hängen, in Gräben, in knie­hohen Haufen im Stadt­zen­trum, in denen Kühe oder Wild­schweine nach Nah­rung wühlen.

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Der Taj Mahal. Genauer: der Moment, in dem man sich – obwohl ein­ge­quetscht und schrill von Ord­nungs­hü­tern ange­pfiffen – ehr­fürchtig durch das berühmte Ein­gangstor schiebt, das den Prachtbau ein­rahmt.

Das sind die Dinge, von denen ich nach meiner ersten Reise nach Indien erzählte, wenn jemand mich fragte, wie es war. Das sind die Ein­drücke, die geblieben sind. Für jeden ein­zelnen bin ich zutiefst dankbar.

***


*Offen­le­gung: Ich wurde im Rahmen des „Inter­na­tional Bud­dhist Con­clave“ von Incredible India nach Indien ein­ge­laden.


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