Suchst Du etwas?

Indien Sehens­wür­dig­keiten: Meine High­lights

Autorin
Indien Sehenswürdigkeiten: So schön ist der Jahangir Mahal in Orchha

Natür­lich habe ich wäh­rend meiner Reise durch Indien Sehens­wür­dig­keiten besucht – zwar nur einen Bruch­teil der unzäh­ligen sehens­werten Stätten, die dieses Land zu bieten hat, doch sie alle haben Ein­druck hin­ter­lassen. Meine abso­luten High­lights waren die fol­genden: (Auf Ein­la­dung*)


Indien Sehens­wür­dig­keiten: Masse und Klasse

Das Land ist bunt, viel­seitig, über­ra­schend und for­dernd – und sicher macht auch seine Viel­zahl an Sehens­wür­dig­keiten Indien zu etwas Beson­derem.

Wenn man einmal „Indien Sehens­wür­dig­keiten“ bei Google ein­gibt, wird man fast erschlagen von der Masse an UNESCO-Welt­kul­tur­er­be­stätten, Natio­nal­parks, Tem­peln, Burgen, Grab­malen und anderen Bau­werken aus längst ver­gan­genen Zeiten, die in allen Lan­des­teilen stehen und Tou­risten anziehen. Und wer in Indien Sehens­wür­dig­keiten abhaken will – und zwar alle von Nord nach Süd, am besten mit dem Zug –, der wird wohl einige Monate, wenn nicht Jahre, damit beschäf­tigt sein.

Immerhin einige dieser Stätten konnte ich mir anschauen, als ich zum „Inter­na­tional Bud­dhist Con­clave“ nach Indien ein­ge­laden wurde. Zusammen mit fast 300 anderen Jour­na­lis­tInnen, Mön­chen und Rei­se­ver­an­stal­te­rInnen aus der ganzen Welt habe ich bedeu­tende bud­dhis­ti­sche Pil­ger­orte im Norden des Landes besucht und bin außer­halb des offi­zi­ellen Pro­gramms auch privat zu einer Reihe von Sehens­wür­dig­keiten auf­ge­bro­chen. Fol­gende Orte in Indien haben mich am meisten beein­druckt, die Rei­hen­folge ist dabei nicht als Wer­tung zu ver­stehen.

 Indien Sehens­wür­dig­keiten auf Buddhas Spuren

Mit der inter­na­tio­nalen Gruppe habe ich drei bud­dhis­ti­sche Stätten besich­tigt, sie heißen Bodh­gaya, Sar­nath und Nalanda. Alle drei waren für uns Orte der Ruhe und Besinn­lich­keit inmitten des Gewu­sels, das uns in Indien so häufig umgab. Ich habe auf dem Blog schon einmal aus­führ­lich von diesen drei Pil­ger­orten erzählt. Hier noch mal ein kurzer Über­blick:

 Bodhi-Baum und Maha­bodhi-Tempel in Bodh­gaya

Im Norden Indiens soll sich Sid­dharta Gautama nach Jahren der Askese zum Medi­tieren unter einer Pap­pel­feige, dem Bodhi-Tree, nie­der­ge­lassen haben und „erwacht“, also von allen nega­tiven Emo­tionen befreit worden sein. In der kleinen Stadt Bodh­gaya im Bun­des­staat Bihar, heißt es, ragt heute der fünfte Nach­folger eben jener Pap­pel­feige in den Himmel. Der Baum ist ein­ge­zäunt und steht auf einem sehr gepflegten Gelände mit vielen kleinen Stupas rund­herum. Eine min­des­tens genau so beein­dru­ckende Sehens­wür­dig­keit ist der Maha­bodhi-Tempel gleich nebenan, der aus dem zweiten Jahr­hun­dert stammt und an Buddhas Erwa­chen erin­nern soll.

Bodhi-Baum in Bodhgaya

Bodhi-Baum in Bodh­gaya: Hier soll Buddha einst gesessen haben und erwacht sein

Der Stupa von Sar­nath: Buddhas erste Pre­digt

In Sar­nath, einem Ort nahe Vara­nasi im Bun­des­staat Uttar Pra­desh, tat sich der Erwachte dann der Legende nach mit fünf Schü­lern zusammen und gab seine Lehre zum aller­ersten Mal weiter. Den genauen Ort seiner ersten Pre­digt mar­kiert heute der Stupa von Sar­nath, auch als Dhamek Stupa bekannt. Er steht in einer Park­an­lage, umgeben von den Resten anderer Stupas, Klös­tern und Säulen.

Indien Sehenswürdigkeiten: Der Stupa von Sarnath

Der Stupa von Sar­nath: Der Ort, an dem Buddha seine erste Rede hielt

Die bud­dhis­ti­sche Uni­ver­sität von Nalanda

Vom fünften bis zum zwölften Jahr­hun­dert sollen hier mehr als 10.000 Stu­denten von mehr als 1000 Pro­fes­soren Buddhas Weis­heiten gelernt haben. Damit war die bud­dhis­ti­sche Uni­ver­sität von Nalanda das größte Lehr­zen­trum seiner Zeit. Sehens­wert ist die Anlage – heute eine Rui­nen­stadt – im indi­schen Bun­des­staat Bihar immer noch, man kann ihr Ausmaß gut erkennen und sogar die alten Zimmer der Stu­die­renden betreten.

In Nalanda stand eine buddhistische Universität

Nalanda ist heute eine Rui­nen­stadt und trotzdem eine der beein­dru­ckendsten Sehens­wür­dig­keiten in Indien

Indien Sehens­wür­dig­keiten: Der Taj Mahal ist eine der bekann­testen

Wenn eine Sehens­wür­dig­keit in Indien eigent­lich keine wei­tere Erwäh­nung braucht, ist es wohl der Taj Mahal. Geschichten zur Ent­ste­hung und zum Wesen des Bau­werks spare ich mir an dieser Stelle und erzähle aus­schließ­lich von meinen Erfah­rungen.

Indien Sehenswürdigkeiten: Der Taj Mahal

Indien Sehens­wür­dig­keiten: Der Taj Mahal ist sicher­lich die bekann­teste von allen

Das Mau­so­leum steht am Stadt­rand von Agra, ein paar Auto­stunden süd­lich von Delhi. Ein Tages­aus­flug von der Haupt­stadt mit einem pri­vaten Fahrer ist mög­lich. So habe ich es, gemeinsam mit zwei Kol­legen, auch gemacht. Wegen Staus kamen wir erst am Nach­mittag in Agra an, was sich am Ende aber als glück­li­cher Umstand her­aus­stellte. Am späten Nach­mittag werden die Tem­pe­ra­turen näm­lich erträg­li­cher und das Licht legt sich wie ein Weich­zeichner über die Sze­nerie. Es schieben sich zwar auch um diese Zeit noch Men­schen­massen durch das Ein­gangs­portal, die von Ord­nern zurück­ge­pfiffen werden. Hat man den Taj Mahal aber erst einmal erreicht, gibt es genug Platz und Aus­weich­mög­lich­keiten und man kann ihn in Ruhe umrunden. Von den umste­henden Gebäuden und ihren Tor­bögen aus bieten sich tolle Anblicke.

Taj Mahal, eingerahmt

Und wie ist er nun, der Taj Mahal? Kein Wunder, dass er für viele Rei­sende, die in Indien Sehens­wür­dig­keiten besucht haben, unan­ge­fochten auf Platz eins steht. Das Gebäude ist wirk­lich ein­malig schön, wie es sich aus der Ferne mächtig, weiß und sym­me­trisch vom Himmel absetzt. Von Nahem habe ich mich fest geguckt an den Kora­n­in­schriften und den  schwung­vollen, feinen Blu­men­be­ma­lungen und -reliefs.

Taj Mahal: Koraninschriften und Blumenmalereien

Indien Sehens­wür­dig­keiten in Vara­nasi

Vara­nasi, die hei­lige Stadt der Hin­du­isten am Ganges, hat mich völlig über­wäl­tigt. Menschen, Tuk-Tuks, Wagen, Kühe, Fahr­räder, Gehupe, Geschrei und Gestank: Noch nie war ich von so vielen Ein­drücke gleich­zeitig umgeben. Selbst jetzt, da ich seit einigen Monaten in Kathmandu lebe, erscheint mir Vara­nasi wie eine andere Welt. Zwar geht es auch in Nepals Haupt­stadt vie­ler­orts nicht gerade ruhig und ent­spannt zu, an die Zustände in Vara­nasi kommt der Trubel in Kathmandu aber nicht heran.

Den­noch kann ich die Fas­zi­na­tion nach­voll­ziehen, die Vara­nasi auf viele Rei­sende ausübt – nicht zuletzt wegen der ein­zig­ar­tigen Rituale, die sich hier tag­täg­lich am Ufer des Ganges abspielen.

Dashash­wa­medh Ghat: Die Anbe­tung des Ganges

Der hei­lige Fluss kommt Hindus einer Göttin gleich. Jeden Abend, wenn die Sonne unter­geht, findet des­halb „Mutter Ganga“ zu Ehren ein 45-minü­tiges Ritual am Dashash­wa­medh Ghat namens „Ganga Aarti“ statt, dem Hun­derte Ein­wohner und Tou­risten bei­wohnen. Am Fluss­ufer wird gesungen und getrom­melt, es werden Räu­cher­stäb­chen und Feu­er­lampen geschwenkt. Das Ganze ist wirk­lich ein unver­gess­li­ches Erlebnis.

 Videos werden von You­Tube ein­ge­bettet. Sehen Sie sie hier an, wird Ihre IP-Adresse an den Betreiber des Por­tals gesendet. Siehe Daten­schutz­er­klä­rung.  
Zere­monie am Ganges: Ganga Aarti in Vara­nasi, Indien

Dieses Video ansehen auf You­Tube.

Manikar­nika Ghat: Begeg­nung mit dem Tod

Bei diesem Ort von „Sehens­wür­dig­keit“ zu spre­chen, mag etwas makaber wirken, aber das Manikar­nika Ghat in Vara­nasi ist nicht nur eine der ältesten, son­dern auch eine der hei­ligsten Treppen („Ghats“) hinab zum Ganges und damit einer der hei­ligsten Orte in ganz Indien. Hier werden die Lei­chen von Gläu­bigen nach hin­du­is­ti­scher Tra­di­tion ver­brannt und die Über­reste dem Hei­ligen Fluss über­geben. Die Lei­chen sind in Stoffe gehüllt und das Foto­gra­fieren der Ein­äsche­rung aus der Nähe ist ver­boten. Über das Manikar­nika Ghat und den Ganges habe ich auch hier schon geschrieben.

Indien Sehenswürdigkeiten: Manikarnika Ghat in Varanasi

Am Manikar­nika Ghat in Vara­nasi, eine von Indiens hei­ligsten Stätten

 Indien Sehens­wür­dig­keiten in Madhya Pra­desh

Nachdem wir im Rahmen des „Inter­na­tional Bud­dhist Con­clave“ durch die Bun­des­staaten Uttar Pra­desh und Bihar gereist waren, ver­brachten wir die ver­blei­benden Tage in Indien in einer Region nach Wahl. Ich hatte mich für Madhya Pra­desh ent­schieden und lernte dort zwei wei­tere groß­ar­tige Sehens­wür­dig­keiten kennen, von denen ich noch nie zuvor gehört hatte.

Die Paläste und Tempel von Orchha

In der kleinen mit­tel­al­ter­li­chen Stadt Orchha stehen, nahe dem Fluss Betwa, Paläste und Tempel aus dem 16. Jahr­hun­dert und 17. Jahr­hun­dert. Sie alle wurden von der Bun­dela-Dynastie erbaut. Das pro­mi­nen­teste Bau­werk ist der Raja Mahal, ein Fürs­ten­pa­last mit  unzäh­ligen Zim­mern und Wand­ma­le­reien.

Noch viel schöner aber ist der Jahangir Mahal, ein Anbau aus dem 17. Jahr­hun­dert. Der drei­stö­ckige Palast wurde dem Mogul­herr­scher Jahangir zu Ehren anläss­lich seines ersten Besuchs in Orchha errichtet.

Jahangir Mahal in Orchha, eine von unzähligen Indien Sehenswürdigkeiten

Der Jahangir Mahal in Orchha ist eine der weniger bekannten Sehens­wür­dig­keiten in Indien

Er hat – obwohl er ins­ge­samt gut erhalten und mit seinen Bal­konen, Kup­peln, Pavil­lions und Schnit­ze­reien überaus opu­lent ist – etwas fas­zi­nie­rend Mor­bides.

Die Paläste und Tempel in Orchha zählen zu den Top Indien Sehenswürdigkeiten

Nicht weit weg von den Fürs­ten­pa­lästen erhebt sich der Cha­turbhuj-Tempel, der wie eine Mischung aus Burg, Tempel und Palast aus­sieht und dem Hindu-Gott Rama, einer Inkar­na­tion von Vishnu, geweiht ist.

Auch sehenswert in Indien: Chaturbhuj-Tempel in Orchha

Der Cha­turbhuj-Tempel in Orchha

Tipp: Abends gibt es vor dieser ein­ma­ligen Kulisse eine „Sound-and-Light-Show“ in eng­li­scher Sprache, die die Geschichte Orchhas und ihrer Bau­werke erzählt und sich  durchaus lohnt.

Die Tempel von Kha­ju­raho

Der Tem­pel­be­zirk von Kha­ju­raho, einer Stadt etwa 200 Kilo­meter süd­öst­lich von Orchha, wurde von den Herr­schern der Chan­della-Dynastie gebaut und ist viel älter als alle bisher genannten Sehens­wür­dig­keiten. Er wurde ab dem Jahr 950 gebaut und ist damit sogar noch älter als die Tem­pel­an­lage Angkor Wat in Kam­bo­dscha. Die Tempel sind Hindu- und Jain-Gott­heiten geweiht und der Bau hat mehr als ein­hun­dert Jahre gedauert.

Indien Sehenswürdigkeiten Tempelbezirk von Khajuraho von Weitem

Aus der Ferne womög­lich noch nicht so spek­ta­kulär …

Mich hat die Geschichte des Tem­pel­be­zirks erstaunt: Nachdem die Chan­della-Könige an Macht ver­loren hatten und Kha­ju­raho ab dem 12. Jahr­hun­dert in der Bedeu­tungs­lo­sig­keit ver­schwand, gerieten auch die damals 85 Bau­werke in der Gegend in Ver­ges­sen­heit. Der Tem­pel­be­zirk wuchs buch­stäb­lich zu und blieb des­wegen wäh­rend der isla­mi­schen Macht­über­nahme unent­deckt und von Zer­stö­rung ver­schont. Erst in den 1830er Jahren stießen die Briten im Dschungel auf die Anlage und legten sie wieder frei. Etwa 25 Tempel auf einer Fläche von sechs Qua­drat­ki­lo­me­tern sind in Kha­ju­raho erhalten geblieben.

Indien Sehenswürdigkeiten: Tempel von Khajuraho

… aus der Nähe wird klar, warum der Tem­pel­be­zirk zu den fas­zi­nie­rendsten Sehens­wür­dig­keiten Indiens gehört

Welt­weit berühmt ist der Tem­pel­be­zirk von Kha­ju­raho aber nicht wegen seiner Geschichte, son­dern wegen seiner ero­ti­schen Skulp­turen, auch wenn diese eigent­lich nur zehn Pro­zent aller Figuren aus­ma­chen, wäh­rend der Rest von ihnen Gott­heiten und All­tags­si­tua­tionen zeigt.

Indien Sehenswürdigkeiten: Khajurahos Tempel sind faszinierend

Liebe zum Detail: Ganesh-Figur in Khajuraho

Unglaub­liche Prä­zi­sion: Man achte nur mal auf Gane­shas Bauch

Es muss hier den­noch Aber­tau­sende frei­zü­gige Skulp­turen geben. Die Außen­wände einiger Tempel bestehen fast aus­schließ­lich aus ihnen. Nackte, lasziv posie­rende Frauen sind die harm­lo­sesten Figuren, ansonsten bekommt man hier wirk­lich alles zu sehen – von Oral­ver­kehr über Grup­pensex bis hin zu Sodomie, alles unfassbar detaill­reich und gut erhalten.

Sehenswürdigkeiten Indien: Lasziv posierende Figuren im Tempelbezirk von KhajurahoDafür ist Khajuraho berühmt: erotische Darstellungen an den TempelnMan ver­lässt diese UNESCO-Welt­kul­tur­er­be­stätte und staunt noch lange nach seinem Besuch, was im Indien des 10. Jahr­hun­derts schon so alles mög­lich war – sowohl hin­sicht­lich des gesell­schaft­li­chen Leben als auch hin­sicht­lich der Bau­kunst. Und wenn das der Fall ist, hat eine Sehens­wür­dig­keit quasi alles erreicht.

Frau in Orchha Indien

***


Hast Du in Indien Sehens­wür­dig­keiten besucht? Welche waren Deine High­lights? Erzähl mir davon gern in den Kom­men­taren!


*Offen­le­gung: Ich wurde 2016 im Rahmen des „Inter­na­tional Bud­dhist Con­clave“ von „Incredible India“ nach Indien ein­ge­laden.


Dir hat dieser Bei­trag gefallen? Ich freue mich, wenn Du ihn teilst. Wenn Du über neue Bei­träge infor­miert werden möch­test, folg mir gern per RSS! Du fin­dest mich auch bei Flip­board, Facebook, TripAdvisor, Insta­gram, Twitter und You­Tube.

 

Hinterlasse einen Kommentar

Will­kommen auf Flügge!

fluegge-blog.de

Hi, ich bin Susanne, Journalistin und Reisende. Ich liebe Geschichten vom Reisen und Auswandern (auch allein!) und lebe zurzeit in Kathmandu, Nepal. Mehr über mich erfährst Du hier.

flügge per E-Mail abon­nieren

* Mit einem Abo stimmst Du der Speicherung Deiner Daten zu (siehe Datenschutzerklärung).

Flügge bei Facebook

Flügge im Netz

Check Our FeedVisit Us On FacebookVisit Us On TwitterVisit Us On InstagramVisit Us On Youtube

Flügge auf Reisedepeschen.de

Autorenseite Reisedepeschen

Und außerdem: