Kathmandu Nepal

Sehenswürdigkeiten in Kathmandu: einzigartig!

4. Februar 2018
Tempel in Bhaktapur: Holz und Backstein

Zuletzt aktualisiert am 9. Dezember 2021 um 16:17

Da wären die Sehenswürdigkeiten in Kathmandu – die Stupas von Swayambhu und Bodnath und Pashupatinath etwa –, da wären der Anblick des Himalayas, die Farben, die Fassaden und der Staub auf den Straßen: Denke ich an meine erste Reise nach Nepal zurück, gehen mir diese Eindrücke als erstes durch den Kopf. Dazu: Aktuelle Infos über Eintrittspreise zu den Sehenswürdigkeiten im Kathmandutal.


Hast Du genug Bilder?“, fragt Ishan, als ich mein Handy in die Tasche stecke. Gefühlt habe ich gerade etwa viertausend Mal auf den Auslöser gedrückt. Wir befinden uns in Boudha im Nordosten von Kathmandu. Ishan wurde hier geboren und hat die meiste Zeit seines Lebens hier verbracht. Ich bin zum ersten Mal in Nepal und schätze mich glücklich, den Himalaya-Staat an seiner Seite kennenzulernen. Von meinem Hotel in Thamel, dem Touri-Viertel der Stadt, sind wir den zweiten Morgen in Folge mit seinem Roller zu den meistbesuchten Sehenswürdigkeiten in Kathmandu aufgebrochen.

 Kathmandu Sehenswürdigkeiten: von Bodnath bis Pashupatinath

Der Stupa von Bodnath (oder: Boudhanath), den wir gerade umrunden, ist das größte buddhistische Heiligtum des Landes. 36 Meter ragt das Bauwerk in die Höhe. Seine Spitze mit den aufgemalten Buddha-Augen wurde beim Erdbeben 2015 zerstört und musste restauriert werden. Vom Podest bis zum Aufbau sind Gebetsflaggen gespannt, sie flattern schräg über uns im Wind.

Mönche drehen die ratternden Gebetsmühlen, gegenüber schlägt jemand eine Glocke, Tauben fliegen an den verzierten Fassaden der Kunsthandwerkgeschäfte vorbei.

Kathmandu Sehenswuerdigkeiten: Der Stupa von Boudhanath ist eine der bekanntesten

Der Stupa von Bodnath zählt zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten in Kathmandu

Ob ich genug Bilder habe?

Ja. Und nicht nur auf meinem Handy. Mein Kopf speichert an diesen Tagen unzählige Eindrücke ab, vom Stupa von Bodnath und anderen Sehenswürdigkeiten in Kathmandu, von Nepals Landschaften, seinen alten Städten, dem Leben auf seinen Straßen.

Zum Beispiel von Swayambhunath, dem Affentempel: Er steht auf einem Hügel und bietet einen sagenhaften Ausblick auf Nepals stetig wachsende Hauptstadt, die selbst auf etwa 1400 Metern Höhe liegt.

Kathmandu Sehenswürdigkeiten: Blick von Swayambhunath

Wer in Kathmandu Sehenswürdigkeiten besucht, kommt am Affentempel nicht vorbei. Der Ausblick vom Swayambhu Stupa ist fantastisch

Oder Pashupatinath, eine der bedeutendsten hinduistischen Tempelanlagen der Welt: Hier, am Ufer des Bagmatis, werden die Leichen der Gläubigen verbrannt. Rauchschwaden ziehen von den Scheiterhaufen hinauf zum vergoldeten Shiva-Tempel, den nur Hindus betreten dürfen. Auf der anderen Seite posieren die „Models von Pashupatinath“ – so nennt Ishan die Sadhus, deren Gesichter und Körper mit Asche geweißt sind, und die sich Touristen als Fotomotive anbieten.

Sehenswerte Newari-Architektur: Holz und Backstein

Denke ich an Nepal, dann denke ich an Holz. In den Königsstädten Kathmandu, Patan und Bhaktapur, alle nah beieinander im Kathmandutal gelegen, umgibt es einen überall.

Kathmandu Sehenswürdigkeiten: Überall Holz, Backstein, Kabel und Scooter.

Holzschnitzkunst begegnet einem im Kathmandutal überall (Motorroller auch)

Pagoden, Säulen, Balken, Türen, Fensterläden – alles aus Holz, mal hell, mal dunkel, meistens detailreich verziert und unbedingt sehenswert. Die Schnitzkunst ist zum Teil Jahrhunderte alt und geht auf die Newar zurück, eine Volksgruppe, die sich vor allem im Kathmandutal angesiedelt hat und bis heute die meisten Künstler und Handwerker hervorbringt.

Fassade in Bhaktapur

Typisch newarische Architektur mit viel Holz, fotografiert in Bhaktapur

Sehenswürdigkeiten Kathmandutal: Bhaktapur

Der Palast der 55 Fenster in Bhaktapur nahe Kathmandu

Viel wurde hier mit Backsteinen gebaut, aus Ziegeln in sanften Rot- und Brauntönen. Zusammen mit dem Holz an den Tempel- und Wohnhausfassaden schenken sie der Umgebung ihre warme Farbe. Wie mit einem Sepia-Filter überzogen sehen manche Gassen aus.

Strasse in Bhaktapur

Straße in Bhaktapur

Von Tempel zu Stupa: In Kathmandu erklingt überall ein Mantra

Man hört es bei fast allen Sehenswürdigkeiten in Kathmandu und anderswo im Tal. Es dringt, als Lied vertont, immer in derselben Version in Endlosschleife aus den umliegenden Geschäften. Die Rede ist von „Om mani padme hum“, einem Mantra aus dem tibetischen Buddhismus, das sich offenbar nicht ganz einfach übersetzen lässt. Sicher ist: Man kriegt es nicht so schnell wieder aus dem Kopf.

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Om mani padme hum - Short Version -
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Wie das so alles funktioniert? Das habe ich mich öfter beim Anblick der Kabel gefragt, die die nepalesische Hauptstadt wie ein Netz überziehen. Mal sind sie kreuz und quer über einen Platz gespannt, mal hängen sie bis auf die Erde durch, mal sind sie zusammengeknüllt auf Nägeln an die Wand gepresst, mal wild um einen Mast oder einen kleinen Tempel geschlungen. Manchmal sieht man Affen an ihnen herumturnen.

Sehenswürdigkeiten Kathmandu: Mini-Tempel

Irgendwie auch Sehenswürdigkeiten in Kathmandu:

Sehenswürdigkeiten Kathmandu: Das sind auch die Kabel

die allgegenwärtigen Kabel in Nepals Hauptstadt

Im dichten Verkehr zu den Sehenswürdigkeiten in Kathmandu

Jeden Tag ist Ishan mit dem Roller auf den teils unbefestigten Straßen von Kathmandu unterwegs, so wie Abertausende andere Einwohner. Für die Woche, in der ich ihn begleite, stattet er mich mit einem Helm aus. In der ganzen Zeit entdecke ich nur eine einzige andere Beifahrerin mit Kopfschutz. Wahrscheinlich ist auch sie Touristin. Auf jeder Fahrt sehe ich mehrere Fahrzeuge, aus deren Auspuffen dicker, pechschwarzer Rauch quillt. Ampeln gibt es nicht, den Verkehr regeln Polizisten von verrosteten Podesten aus. Man braucht Geduld. Starke Nerven. Und eine möglichst unempfindliche Nase.

Sehenswürdigkeiten in Kathmandu und mehr: Verkehrspolizist

Ein Polizist auf einem Podest regelt den Verkehr in der nepalesischen Hauptstadt. Es sind nur vereinzelt Ampeln in Betrieb

Erst seit Kurzem, erzählt mir Ishan, ist das Hupen in der Hauptstadt verboten. Wer erwischt wird, zahlt kräftig Strafe. Seitdem ist es in der Stadt bedeutend ruhiger. Und nur eine Woche, nachdem ich Nepal verlasse, tritt noch ein Gesetz in Kraft, das dem Chaos auf Kathmandus Straßen Einhalt gebieten soll: Thamel, das Touristenviertel, in dem sich viele Menschen durch schmale Gassen schieben, wird zur autofreien Zone.

Kathmandu und der Staub in den Straßen 

Es sind aber nicht nur der Lärm, der Gestank, die Abgase und Staus, es ist vor allem die staubig-schwere Luft, die das Fahren in der Hauptstadt des Himalaya-Staates zur Tortur macht. Der Staub stammt von den unzähligen Bauarbeiten, die man, teils infolge des Erdbebens, begonnen und nicht beendet hat. Von Straßen und Gehwegen, die man zum Verlegen neuer Wasserleitungen aufgerissen, aber nicht wieder verschlossen hat. Von Fahrbahnen, die seit Jahren geteert werden sollen, doch seit Jahren passiert nichts. Ishan sagt, wegen der ständigen Regierungswechsel wird kaum ein Beschluss konsequent umgesetzt. Er träumt davon, ein Auto zu besitzen. Dann stünde er zwar noch länger im Stau, aber wenigstens blieben die Klamotten dabei sauber.

Verkehr in Nepals Hauptstadt

Der Verkehr in Kathmandu ist gewöhnungsbedürftig

Wie die meisten hier fährt er immer mit einer Schutzmaske aus Stoff. Auch ich kaufe mir ein paar Masken für den Einmalgebrauch in einer Apotheke in Thamel, zehn Rupien das Stück. Als ich nach ihnen frage, deutet der Verkäufer auf die geöffnete, halbleere Pappschachtel direkt vor mir auf dem Tresen.

Pokhara: der See und die Berge

Ein bisschen Kontrastprogramm erlebe ich in Pokhara, Nepals zweitgrößter Stadt am Ufer von Nepals zweitgrößtem See. Der Phewa-Lake ist beeindruckend türkis und eingerahmt von üppig bewaldeten Bergen. Wobei: Nur ich nenne sie Berge. Ishan bezeichnet alles unter viertausend Meter als Hügel.

Eine der Sehenswürdigkeiten in Pokhara: Phewa Lake

Eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten in Pokhara und ganz Nepal: Der Phewa-See

Die Berge, die richtigen, können wir am besten von unserer Hotelterrasse aus sehen. Hat es nachts geregnet, ist die schneebedeckte Kette samt dem Gipfel des fast 7000 Meter hohen Machapuchare besonders gut zu erkennen. Dann sehe ich hinüber und denke: Mein Gott, das sind keine Wolken, das sind Berge.

Landschaft in Pokhara

Hügel

 Himalaya-Blick in Pokhara

Berge

Eine Trekking-Tour von hier aus wäre naheliegend. Es ist mir aber dieses Mal nicht möglich. Irgendwann, beschließe ich, werde ich noch einmal nach Nepal reisen und mir den Himalaya aus der Nähe ansehen. Für noch mehr Bilder, die bleiben.

***


Kathmandu Sehenswürdigkeiten: Tipps und Preise

In Kathmandu Sehenswürdigkeiten zu besuchen, ist teilweise kostenpflichtig – ebenso wie in anderen Orten im Kathmandutal. Es gilt etwa für das Betreten der Durbar-Plätze (oder englisch: Durbar Squares) in allen drei Königsstätten, also Kathmandu, Patan und Bhaktapur. 1000 Rupien sind in der Hauptstadt sowie in Patan für Touristen, die nicht aus SAARC-Ländern kommen, fällig, wenn sie die Durbar Squares besuchen. Im Preis sind aber auch Besuche im Tribhuvan Museum (auf dem Durbar-Platz in Kathmandu) und im Patan Museum (am Patan Durbar Square) inkludiert. In Bhaktapur beträgt der Eintritt zum Königsplatz 1500 Rupien.

Zu entrichten sind die Gebühren an den kleinen Kassenhäuschen, die an allen Ecken der Durbar Squares aufgebaut sind. Häufig werden Gäste auch von Wächtern angesprochen und zum Zahlen aufgefordert. Achtung: Das Ticket, das man beim spontanen Besuch erwirbt, ist nur für denselben Tag gültig. Für Kathmandu gilt: Wer länger in der Stadt bleibt und den Durbar-Platz öfter überqueren muss (etwa weil ihre oder seine Unterkunft direkt an den Platz angrenzt), kann in der Touristeninformation neben dem Haus der Kumari ein Ticket erwerben, das für die Dauer des Visums gültig ist. Es kostet ebenfalls 1000 Rupien, es sind ein Passfoto und der Reisepass mitzubringen.

Auch der Besuch vieler anderer Kulturerbestätten kostet Geld: Wer sich die Tempelanlage Pashupatinath ansehen möchte, bezahlt ebenfalls 1000 Rupien. Achtung: Zum Shiva-Tempel haben nur praktizierende Hindus aus Nepal und Indien Zutritt. Ein Besuch beim Stupa von Bodnath  kostet zurzeit 400 Rupien Eintritt, für den Swayambhu Stupa, den Affentempel, werden 200 Rupien fällig. Eine Liste mit allen aktuellen Preisen gibt es hier.


Ach übrigens: Mittlerweile lebe ich in Kathmandu

Update vom Sommer 2019: Dass ich etwas mehr als ein Jahr, nachdem ich diesen Beitrag geschrieben habe, nach Kathmandu ziehen würde, habe ich damals nicht geahnt. Inzwischen gibt es regelmäßig Geschichten aus Nepal auf diesem Blog, natürlich auch über die Highlights und Sehenswürdigkeiten in Kathmandu und anderswo im Land  – zum Beispiel habe ich mittlerweile auch über den Chitwan Nationalpark im Süden von Nepal und über Pokhara, die zweitgrößte Stadt in Nepal, geschrieben. Auch andere nützliche Infos über das südasiatische Land werdet Ihr hier in Zukunft öfter finden, ein Beispiel sind meine Tipps zum nachhaltigen Reisen in Nepal. Sehr häufig wird es allerdings um meinen neuen Alltag hier in der nepalesischen Hauptstadt gehen, der mich natürlich gerade zu Beginn ordentlich gefordert hat. Unter anderem hat mich zum vierten Jahrestag der Katastrophe auch die Frage beschäftigt, wie wahrscheinlich ein weiteres großes Erdbeben in Kathmandu in den nächsten Jahren ist.

Hier findest Du außerdem einen Überblick über Sehenswürdigkeiten in Nepal und kommst schnell zu allen Geschichten, die ich bisher über das Land geschrieben habe.


Warst Du vielleicht selbst schon einmal in Nepal? Welche Sehenswürdigkeiten in Kathmandu, Pokhara und anderswo im Land haben Dir am besten gefallen? Hast Du besondere Tipps für mich oder andere LeserInnen? Hinterlass mir dazu gern einen Kommentar!


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9 Comments
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5. Februar 2018 7:32

Wunderbar! Das Video hat mir auch sehr gut gefallen.

6. Februar 2018 17:53

Hach, da werden Reiseerinnerungen wach …

Dass einem „Om mani padme hum“ nicht mehr aus dem Kopf geht, kann ich bestätigen. ;-)
Ich hab mir im Chitwan-Nationalpark damals direkt die CD gekauft und sie zu Hause beim Schreiben oft gehört.

Ein interessanter Artikel und ein schönes Video!
Auch die ausgewählte Musik gefällt mir gut!

8. Februar 2018 18:36

Schöner Text. Eine Stadt an der Seite eines Einheimischen zu entdecken, das ist das Beste. Ich versuche das auch immer, wenn es geht.

Schade nur, dass es dir nicht gelungen ist, ein paar Tage trekken zu gehen. Ich hab bei meinem Besuch eine dreitägige Wanderung durch die Dörfer in der Nähe von Pokkhara unternommen und war davon ganz begeistert - auch wenn wir uns am Ende verirrt haben und bei ein paar Strassenarbeitern in einer Bettwanzen versuchten Barracke übernachten mussten. 

Gruss,
Oli

8. Februar 2018 20:01
Reply to  Susanne

Ich kann mir vorstellen, dass man in den einfachen Unterkünften immer mal wieder auf Bettwanzen und Co stösst. Ist ja auch nicht soo schlimm. Es juckt einfach ne Woche.

Ich war vor etwa acht Jahren in Nepal. Ich hatte eigentlich vorgehabt, in diesem Frühling noch einmal zu gehen. Aber nun bleibts halt nur bei Indien.

Vielleicht klappts ja 2019 und wer weiss, vielleicht kann ich mich dann ja bei dir inspieren lassen.

Gruss,
Oli

4. September 2019 13:40

Sehr schön geschrieben! Da kommen Erinnerungen hoch und ich würde am liebsten direkt wieder losgehen.