Nepal

Lum­bini, Nepal: Wo Buddha geboren wurde, gibt’s viel zu tun

4. August 2020
Buddha vor dem thailändischen Tempel in Lumbini, Nepal

Zuletzt aktua­li­siert am 27. Sep­tember 2020 um 13:41

Nicht alle Nepal-Rei­senden machen in Lum­bini Halt. Für Bud­dhisten aber ist ein Besuch ein Muss: Der Über­lie­fe­rung nach wurde Sid­dhartha Gautama, der später als Buddha die viert­größte Welt­re­li­gion begrün­dete, in dem kleinen Ort im Süden des Landes geboren. Neben seiner Geburts­stätte ist eine rie­sige Tem­pel­an­lage – der Frie­dens­park – ent­standen. Reise an einen der bedeu­tendsten Wall­fahrts­orte der Welt, der sich trotz allem kaum wie einer anfühlt.

Lum­bini, Nepal: Ein Rei­se­be­richt

Wie wun­derbar, end­lich auf­zu­stehen und aus dem Bus zu steigen, die müden Glieder aus­zu­stre­cken, einen Fuß vor den anderen zu setzen. Aber, puh, diese Hitze …

 Kathmandu — Lum­bini: Zehn Stunden, zwei Welten

Es ist nach 19 Uhr, als wir in Lum­bini ankommen, dem Ort, an dem Buddha der Über­lie­fe­rung nach vor fast 2600 Jahren geboren wurde. Zehn Stunden hat der Bus von Kathmandu nach Lum­bini gebraucht, laut Karte haben wir etwa 280 Kilo­meter zurück­ge­legt und – ja, richtig – das steht in keinem Ver­hältnis, aber so ist es eben, das Bus­fahren in Nepal: Es dauert. Zum einen hält einen der Stau am Orts­aus­gang der Haupt­stadt auf, zum anderen führt der Weg an die indi­sche Grenze, in deren Nähe Lum­bini liegt, über kur­vige, volle, enge und marode Straßen. So juckelt man stun­den­lang Rich­tung Süd­westen, wäh­rend sich die Land­schaft, die am Bus­fenster vor­über­zieht, nach und nach völlig ver­än­dert. Zuerst sieht man Hügel und ein paar Berg­gipfel am Hori­zont – Kathmandu liegt auf 1400 Metern – später erstreckt sich Gras­land links und rechts der Fahr­bahn. „Terai“ heißt die frucht­bare Tief­ebene süd­lich des Himalayas, in der sich Lum­bini auf einer Höhe von 150 Metern befindet.

Kathmandu nach Lumbini: der Bus

Mor­gens, 7 Uhr: Warten an der Hal­te­stelle Kalanki in Kathmandu. 10 Stunden Fahrt nach Lum­bini liegen vor uns

Vom saftig grünen Gras­land und den Dschun­geln des Terai sehen wir gerade nichts, denn als wir in Lum­bini ankommen, ist es schon lange dunkel. Und dafür ziem­lich heiß. Ein Abend Mitte Oktober und noch immer herr­schen 30 Grad. Das Klima im Flach­land an der Grenze zu Indien ist sub­tro­pisch, im Früh­sommer ist es hier mit 40 Grad durch­schnitt­li­chem Tages­ma­ximum gar nicht aus­zu­halten und selbst jetzt im Herbst, der tou­ris­ti­schen Haupt­saison in Nepal, sind die Tem­pe­ra­turen nicht ohne.

Lum­bini: Hotel in bester Lage, aber schön ist anders

Von der Bus­hal­te­stelle, die keine ist – Wir haben an einer kleinen Kreu­zung auf einer Sand­piste gehalten – sind es nur ein paar Meter zu unserem Hotel. Und dieses Hotel, fällt mir auf dem kurzen Fußweg ein, hat keine Kli­ma­an­lage. In den kom­menden drei Nächten nehmen der nepa­le­si­sche Freund, mit dem ich das Zimmer teile, und ich das kon­stante Surren eines Decken­ven­ti­la­tors in Kauf. Ohne ist an Schlaf nicht zu denken. Zum Glück habe ich Ohr­stöpsel dabei.

Lumbini, Nepal: Hauptstraße in Rummindai

Haupt­straße in Lum­bini , „Lum­bini Bazaar“ genannt. In dieser Rich­tung liegen Maya-Devi-Tempel und Frie­dens­park

Mit den Unter­künften ist es hier eh so eine Sache: Bei meiner Online-Suche nach einem Hotel in Lum­bini, das heute offi­ziell Rum­mindai heißt, war mir auf­ge­fallen, dass die Aus­wahl begrenzt und die Bewer­tungen durch­wachsen sind. Es gibt durchaus ein paar neuere Häuser, die sind jedoch teuer und weit ab vom Schuss. Der Groß­teil der Hotels befindet sich genau hier, in dieser ver­schla­fenen Straße, und viele müssten drin­gend reno­viert werden. Auch unseres: Das Bade­zimmer ist in den Ecken und an den Arma­turen schwarz vor Dreck, die Klo­spü­lung geht mal und geht mal nicht. Immerhin die Betten sind okay und Früh­stück gibt es auch, wenn der „Kaffee“ auch wieder nur die dünne Instant-Brühe ist, die Hotels in Nepal in aller Regel aus­schenken.

Lumbini Nepal: Strasse mit Hotel

Lum­bini Bazaar“, Blick zur anderen Seite. Schön ruhig ist es hier ja – nie­mand hupt, nie­mand drän­gelt so wie in den Städten

Weil gerade noch Dashain, das wich­tigste Fes­tival des Landes, gefeiert wird, haben ein paar Restau­rants in der Straße geschlossen – wobei keines den Ein­druck macht, als wäre es eine Alter­na­tive zu den zweien, die uns zur Ver­fü­gung stehen. Hier wie da stehen lieblos von zer­schnit­tenen Plas­tik­fla­schen ein­ge­fasste Kerzen auf wack­ligen Plas­tik­ti­schen mit fle­ckigen Tisch­de­cken. Auch das Angebot auf der Karte dieser beiden Restau­rants am Lum­bini Bazaar ist nahezu iden­tisch. Wir sind nicht anspruchs­voll. Wir werden satt.

Und sonst? Ein paar Kioske, ein Fahr­rad­ver­leih. Am zweiten Tag werden wir Fahr­räder aus­leihen und fest­stellen, dass diese, genau wie unser Hotel, ihre besten Jahre lange hinter sich haben.

Fahrräder in Lumbini, Nepal, Geburtsort von Buddha

Mit dem Rad unter­wegs im Dorf (ein paar Tipps dazu gibt es weiter unten)

Auch wenn es weiter nichts zu sehen gibt, wohnt man hier in bester Lage: Wir sind nur einen Stein­wurf vom Frie­dens­park und vom Sacred Garden mit dem Maya-Devi-Tempel, der Geburts­stätte von Buddha, ent­fernt. Die Sehens­wür­dig­keiten von Lum­bini befinden sich auf der anderen Seite der Sand­piste, auf der wir aus dem Bus gestiegen sind.

 Sehens­wür­dig­keiten in Lum­bini: UNESCO-Welt­kul­tur­erbe

Der Ort, an dem Buddha als Sid­dhartha Gautama um 563 v. Chr. geboren worden sein soll, ist eine der wich­tigsten bud­dhis­ti­schen Pil­ger­stätten der Welt. Zusammen mit dem Frie­dens­park zählt das Pil­ger­zen­trum in Lum­bini seit 1997 zum Welt­kul­tur­erbe der UNESCO.

Um diese reli­giösen Sehens­wür­dig­keiten in Lum­bini zu sehen, sind wir hier. Ich wollte aber auch aus einem anderen Grund her­kommen: Nur 24 Kilo­meter von hier befindet sich der Bhai­ra­hawa Air­port, der zur­zeit zum „Gautam Buddha Inter­na­tional Air­port“ umge­baut wird. Wegen seiner Nähe zu Lum­bini wird er auch „Lum­bini Inter­na­tional Air­port“ genannt. Er soll 2020 fer­tig­ge­stellt werden und dann – als zweiter inter­na­tio­naler Flug­hafen in Nepal – den über­füllten  „Trib­huvan Inter­na­tional Air­port“ in Kathmandu ent­lasten.

Ich wollte wissen: Bereitet sich Lum­bini auf mehr inter­na­tio­nale Gäste vor? Ver­än­dert sich hier gerade merk­lich etwas? Ist der berühmte Wall­fahrtsort bereit für den Ansturm? „Nein“ lautet die Ant­wort auf all diese Fragen, so weit ich es beur­teilen kann. Im Oktober 2019, etwa ein Jahr vor der geplanten Eröff­nung des inter­na­tio­nalen Flug­ha­fens, ist infra­struk­tu­rell noch sehr viel Luft nach oben. Über­haupt erstaun­lich, wie viele Besucher:innen es jähr­lich nach Lum­bini zieht: Mehr als 1,5 Mil­lionen sollen es 2017 und 2018 jeweils gewesen sein,  wobei der Groß­teil aus dem eigenen Land stammt und die meisten Rei­senden aus Indien als Tages­gäste über die Grenze nach Lum­bini kommen. Im Dorf auf der anderen Seite der Sand­piste merkt man von ihnen nichts.

Lum­bini scheint auch kein Ort zu sein, dessen Bevöl­ke­rung vom Tou­rismus pro­fi­tiert. In drei Tagen sehen wir viel Armut. Zwei kleine Jungen schlei­chen Abend für Abend in Lumpen um die paar Restau­rant­ti­sche, eine schmale Frau, womög­lich ihre Mutter, wartet in einiger Ent­fer­nung und nähert sich den Gästen nur ver­ein­zelt. Am nächsten Tag sehen wir ein Mäd­chen, viel­leicht vier oder fünf Jahre alt, das einen Säug­ling hält und alle Vor­bei­ge­henden mit weit auf­ge­ris­senen Augen um Geld anfleht. Der Anblick lässt mich lange nicht los.

 Im Frie­dens­park von Tempel zu Tempel

Am nächsten Vor­mittag machen wir uns auf den Weg in den Frie­dens­park. Das Gelände erstreckt sich auf mehr als fünf Qua­drat­ki­lo­me­tern. Bis­lang haben etwa 64 Nationen aus der ganzen Welt hier bud­dhis­ti­sche Tempel errichtet, um Lord Buddha zu ehren und den Bud­dhismus in ihrem Land zu reprä­sen­tieren. Der Frie­dens­park ist noch nicht ganz fertig, hier und da steht statt eines Tem­pels eine Bau­stelle. Der Schön­heit der Anlage tut das zum Glück keinen Abbruch. Sie ist weit­läufig und zwischen den ein­zelnen Bau­werken führen geteerte Wege durch die Natur. Man kann mit dem Fahrrad von Tempel zu Tempel fahren – was wir jedoch, weil wir es vorher nicht durch­dacht haben, nicht tun.

Motorrikscha im Friedenspark

Unser Rik­scha-Fahrer wartet an jedem Stopp auf uns

Tempel in Lum­bini: Wel­cher ist der schönste hier?

Statt­dessen lassen wir uns mit einer Motor­ri­k­scha durch den Frie­dens­park kut­schieren. Der Fahrer bringt uns zu der gol­denen Pagode aus Myanmar, zu den bud­dhis­ti­schen Tem­peln von Sri Lanka, Kam­bo­dscha, Nepal, Singapur, Kanada, Frank­reich, Korea, China, Thai­land und vielen mehr.

  • Lukamani Cula Pagoda Mayanmar
    Die gol­dene Pagode aus Myanmar im Frie­dens­park von Lum­bini

Der schönste ist über­ra­schen­der­weise der – Ach­tung! – deut­sche Tempel. Und das schon von Weitem: Das Gebäude trägt einen Stupa auf seinem Dach und spie­gelt sich male­risch in einem Lotus­teich, der sich vor ihm erstreckt.

Lumbini: Der deutsche Tempel im Friedenspark

Tat­säch­lich: Das ist der deut­sche Tempel in Lum­bini von Weitem

Deutscher Tempel Friedenspark

… und aus der Nähe. Hät­test Du’s gedacht?

Im Garten des  deut­schen Tem­pels stehen Skulp­turen. Eine Figu­ren­gruppe zeigt die sieben Schritte, die Sid­dhartha Gautama nach seiner Geburt gemacht haben soll. Außen und innen zieren fas­zi­nie­rende Wand­ma­le­reien den Bau, die meine nepa­le­si­schen Freunde für ihre Authen­ti­zität loben.

Bunt von außen: Der deutsche Tempel

Von außen ist der deut­sche Tempel bunt und mit wun­der­schönen Wand­bil­dern ver­ziert

Deutscher Tempel von innen

…  von innen sieht er so aus

Damit ist der deut­sche Tempel gleich­zeitig der, in dem Gäste am meisten über Buddha lernen. Denn was mir erst nach unserem Besuch im Frie­dens­park so richtig auf­geht: So schön einige der Tempel hier auch sind, nir­gends scheint es Ver­an­stal­tungen zum Bud­dhismus oder Gesprächs­mög­lich­keiten mit Mön­chen zu geben.  Über­haupt, Mönche: Wir haben  kaum welche gesehen. Mög­lich, dass das „Lum­bini Museum“ bietet, was hier fehlt. Ich weiß es nicht, wir haben das auf­fäl­lige Muse­ums­ge­bäude mit den runden Fens­tern und Ein­gängen im Süden der Anlage nicht betreten.

Japan hat in Lum­bini eine Frie­dens­pagode errichtet. Mitt­ler­weile gibt es welt­weit mehr als 80 dieser weißen Stupas. Eine steht zum Bei­spiel in Wien und in Nepal gibt es eine wei­tere in Pokhara. Sie alle wurden von der­selben japa­ni­schen Bud­dhismus-Grup­pie­rung gebaut. In Lum­bini steht die japa­ni­sche Frie­dens­pagode im Norden des Tem­pel­parks. Von dort führt ein Kanal zum Süden der Anlage, den man mit einem Boot hin­ab­fahren kann. Am süd­li­chen Ende brennt die „Ewige Flamme des Frie­dens“, ein paar Schritte weiter steht eine große, gol­dene Baby-Buddha-Statue auf einem Podest.

Flamme des ewigen Friedens, Kanal und Friedenspagode in Lumbini, Nepal

Links im Bild fla­ckert die „Flamme des ewigen Frie­dens“, am Ende des Kanals kann man auch den japa­ni­schen Frie­dens­stupa erkennen

Goldener Baby-Buddha in Lumbini

Dieser gol­dene Baby-Buddha steht zwischen der „Flamme des ewigen Frie­dens“ und dem Zugang zum Maya-Devi-Tempel und wurde von thai­län­di­schen Mön­chen gespendet

Maya-Devi-Tempel: Buddhas Geburtsort

Von hier ist es nicht mehr weit zum Herzen von Lum­bini, der wich­tigsten Stätte von allen: dem Sacred Garden mit dem Maya-Devi-Tempel. Maya Devi ist der Name von Sid­dhartha Gaut­amas Mutter. In dem nach ihr benannten und  unspek­ta­ku­lären Flachbau ist das Foto­gra­fieren ver­boten. Er beher­bergt Mau­er­reste eines frü­heren Tem­pels und vor allem: den genauen Geburtsort von Buddha. Eine Stein­platte unter Glas mar­kiert die Stelle, an der Maya Devi, an einen Sal­baum gelehnt, ent­bunden haben soll.

Maya-Devi-Tempel

Vorn im Bild: „Pus­karni“, der hei­lige Teich. Dahinter: der Maya-Devi-Tempel. Eine Stein­platte in seinem Inneren mar­kiert die genaue Stelle, an der Buddha geboren wurde. Drinnen ist das Foto­gra­fieren ver­boten

Lumbini, Nepal: Ashoka-Säule vor dem Maya-Devi-Tempel

Die Ashoka-Säule am Geburtsort von Buddha

Im Sacred Garden finden sich wei­tere Ruinen hei­liger Bauten. Bedeutsam ist auch die 6,50 Meter hohe Säule neben dem Tempel, die aus dem Jahr 249 vor Christus stammen soll. Ashoka, der indi­sche Herr­scher, der auf der Höhe seiner Macht zum Bud­dhismus kon­ver­tierte und ent­schei­dend zur Ver­brei­tung der Welt­re­li­gion bei­trug, ließ sie hier errichten. Vor dem Tempel liegt „Pus­karni“, ein hei­liger Teich, in dem Buddhas Mutter vor der Geburt gebadet haben soll. Außerdem steht hier ein Bodhi-Baum, der mit Gebets­fahnen geschmückt und mit den anderen Bäumen ver­bunden ist. Unter ihm sitzen ein paar Mönche, in ihre Medi­ta­tion ver­tieft. Und ich ver­gesse, ein Foto zu machen.

Als wir den Sacred Garden ver­lassen, bin ich durchaus in kon­tem­pla­tiver Stim­mung – die nur ein paar Schritte weiter sofort ver­fliegt, wäh­rend wir durch ein kleines Wald­stück laufen. Unter einem Stein­pa­villon haben sich Menschen ver­sam­melt, rund­herum bede­cken Papp­teller, Plas­tik­fla­schen und Plas­tik­tüten den Boden. Nicht das erste Mal, dass uns her­um­lie­gender Müll auf­fällt, aber hier stört er beson­ders.  Lum­bini ist eben doch ein viel­be­suchter Ort, am ehesten merkt man’s an den Abfällen.

Lumbini: Müll nahe der Geburtsstätte von Buddha

Das fänd Buddha nicht so gut: Müll überall unweit des Maya-Devi-Tem­pels

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Lum­bini, Nepal: Wissenswertes für Deine Reise

Falls Du eine Reise nach Nepal planst und auch den Geburtsort von Buddha besu­chen möch­test, kommen hier noch ein paar nütz­liche Tipps.

Beste Rei­se­zeit

Im Früh­sommer von Mai bis Juni ist es in Lum­bini uner­träg­lich heiß, im Sommer ist es wegen des Mon­suns  zusätz­lich sehr nass. Im Winter können die Nächte wie­derum recht kühl werden und in vielen Hotels gibt es mor­gens kein heißes Wasser. Die beste Rei­se­zeit sind dem­entspre­chend Früh­jahr (März und April) und Herbst (Oktober und November), auch wenn es dann tags­über immer noch recht warm werden kann.

Anfahrt nach Lum­bini

Lum­bini ist sowohl von Kathmandu als auch von Pokhara und dem Chitwan Natio­nal­park mit dem Bus erreichbar. Hotel­per­sonal hilft in der Regel beim Beschaffen der Tickets für den Tou­rist Bus. Am besten früh drum küm­mern – vor allem, wenn Du zwischen Ende Sep­tember und  November in Nepal bist. Das ist die Fes­ti­val­zeit, in der viele Ein­hei­mi­sche aus den Städten in ihre Hei­mat­orte zu ihren Fami­lien fahren. Bus­fahr­karten sind ent­spre­chend schnell weg.

Infos und Rei­se­tipps vor Ort

  • Ein­tritt: Der Frie­dens­park kostet keinen Ein­tritt, aber beim Sacred Garden sind 500 Rupien für Ausländer:innen, die nicht aus SARS-Län­dern kommen, fällig (merk­würdig an einem Wall­fahrtsort, einem bud­dhis­ti­schen noch dazu). Wer seine Kamera zum Maya-Devi-Tempel mit­nehmen möchte, bezahlt auch dafür eine Gebühr – 200 Rupien, glaube ich.
  • Fahrrad leihen: Ich würde dazu raten, den Frie­dens­park per Rad zu erkunden. Ab etwa 200 Rupien bekommt man ein Rad für den Tag. Aber unbe­dingt vorher aus­testen! Wie ange­deutet sind viele Modelle alt und klapprig. Eine Fahr­rad­tour lohnt sich übri­gens auch in die andere Rich­tung, durch das kleine Dorf und mitten rein ins wun­der­schöne Terai.  Wir haben dabei einen Open-Air-Elefanten-Tempel ent­deckt, eine Art Skulp­tu­ren­park, in dem bemalte und mit Stoffen geschmückte Elefanten in allen Formen und Größen mit dem Hin­ter­teil zur Straße stehen. Ein Schild zur Erklä­rung findet sich hier nir­gends. Wir hatten Glück und trafen vor Ort einen Mann an, der sich um die Instand­hal­tung des Elefanten-Tem­pels küm­mert. Er erzählte uns (bzw. meiner nepa­le­si­schen Beglei­tung, die es mir über­setzte), dass, wer es sich leisten kann, einen sol­chen Elefanten errichten lässt, wenn sich ein Traum erfüllt hat. So steht jede Figur für einen erfüllen Wunsch – und hier zu beten soll dabei helfen, dass die eigenen Hoff­nungen Wirk­lich­keit werden.
Umgebung von Lumbini, Nepal

So sieht das Leben im Terai aus, der frucht­baren Land­schaft an der indi­schen Grenze

Fahrradtour durch Lumbini: Steinelefanten

Die mys­te­riösen Stei­n­ele­fanten am Weges­rand in Lum­bini

Buddha und der Bud­dhismus: Hin­ter­grund­infos

Sid­dhartha Gautama wurde zwar im heu­tigen Nepal geboren, der Bud­dhismus aber ent­stand in Indien, wo der junge Prinz „erwachte“ und zu „Buddha“ wurde. Hier ein paar mehr Infos zu seinen wich­tigsten Sta­tionen.

Wie wird Buddha in Lum­bini ver­ehrt?

In Lum­bini wird es an Vesakh beson­ders voll. Vesakh ist der höchste bud­dhis­ti­sche Fei­ertag und fällt immer auf ein Datum im April oder Mai. Vor allem in Süd- und Süd­ost­asien wird auch Buddhas Geburtstag im Rahmen von Vesakh gefeiert. In Lum­bini kommen dann am Abend um den Geburts­tempel viele (schwim­mende) Kerzen und Lich­ter­ketten zum Ein­satz. Familie Losso vom Rei­se­blog intothe-world.com war an diesem Tag vor Ort und zeigt Fotos.

Wei­tere bud­dhis­ti­sche Pil­ger­stätten

  • Bodh Gaya (oder Bodh­gaya) Die Stadt im nord­in­di­schen Bun­des­staat Bihar trug in der Antike den Namen Uru­vela und ist der Ort, an dem Sid­dhartha unter einer Pap­pel­feige zu Buddha wurde. In Bodh­gaya steht der fünfte Nach­folger des Bodhi-Baums, unter der Sidhharta beim Medi­tieren „erleuchtet wurde.“
  • Sar­nath Der Ort liegt nur wenige Kilo­meter ent­fernt von der indi­schnen Groß­stadt Vara­nasi. Hier hat Buddha seine Lehren zum aller­ersten Mal an Schüler wei­ter­ge­geben.
  • Nalanda befindet sich eben­falls in Bihar: Hier stand im 5. Jahr­hun­dert die größte Uni­ve­ri­sität der Antike: Eine bud­dhis­ti­sche Lehr­an­stalt mit zeit­weise mehr als 10.000 Stu­die­renden. Seit 2016 gehören die Ruinen zum UNESCO-Welt­kul­tur­erbe.
  • Kushinagar liegt im Norden von Uttar Pra­desh und ist der Ort, an dem sich der Kreis schließt: Hier soll Buddha ver­storben sein.

Buddha vorm srilankischen Kloster in Lumbini

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6 Comments
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4. August 2020 18:10

Sehr schöne Beschrei­bung des Aus­fluges nach Lum­bini. Danke für den Tipp. Das nächste Mal in Nepal werde ich deinen/euren Spuren folgen.

18. August 2020 8:13

Das weckt Fernweh.… ? Sehr schöner Artikel!

18. August 2020 9:52

Indien und Nepal sind auch zwei Orte, die mich sehr inter­es­sieren. Die Kultur ist so auf­re­gend, bunt und so anders, als unsere eigene Kultur. Aber die Armut und die Müll­massen sind natür­lich die andere Seite der Medaille. Die ver­schie­denen Tem­pel­an­lagen finde ich super span­nend. Hätte nicht erwartet, dass der deut­sche Tempel der schönste ist. Der kam­bo­dscha­ni­sche gefällt mir auch sehr gut und der sin­ga­pu­ri­sche passt zu den Tem­pel­an­lagen des Landes. Einige sehen diesem Tempel sehr ähn­lich. Das Foto­verbot in sol­chen Anlagen kenne ich aus anderen asia­ti­schen Län­dern. In man­chen Tem­peln konnte man sich einen Foto­pass aus­stellen lassen. In anderen war… Read more »